Burladingen "…und nirgends gab es ein Stück Brot"

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Monika und Amadeus Waldmann und ihre Kinder Rouven und Tara erzählen von ihren Erlebnissen in China. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Erika Rapthel-Kieser

Über ihre fünf Jahre Alltagsleben in China und ihre abenteuerliche Motorradreise zurück auf die Schwäbische Alb, hält die Gauselfinger Familie Waldmann am Sonntag, 17. Januar, ab 14 Uhr, einen Lichtbildervortrag im Pfarrsaal der St. Peter-und-Paul-Kirche.

Burladingen-Gauselfingen. Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass Monika und Amadeus Waldmann und ihre Kinder Rouven und Tara wohlbehalten in der schwäbischen Heimat ankamen. Seitdem hat die 47-jährige Monika Waldmann tausende von Lichtbildern sortiert und sich mit ihrem Mann Ama, wie sie ihn nennt, überlegt, was Zuhörer und Zuschauer in einem Vortrag über China und seine Provinzen, über den Alltag im Reich der Mitte wohl am spannendsten finden würden.

Übrig geblieben sind jetzt 240 Lichtbilder, ein paar Videoclips und viele interessante Anekdoten des Globetrotter-Ehepaars. "Wir wollen den Vortrag in zwei Teile gliedern, einmal die interessantesten Regionen Chinas und Pekings und dann unsere achteinhalbwöchige Reise mit ›Bella‹ von Peking nach Gauselfingen", berichtet Monika Waldmann.

Mit Bella meint sie das Motorrad der Marke Chang-Jiang mit dem Beiwagen. Es ist ein legaler Nachbau von BMW und war Rouven schon bei der Einreise in China aufgefallen.

Aus seinem Scherz, damit könne man ja irgendwann die Heimreise antreten, haben drei der Waldmanns Ernst gemacht – Rouven und seine Eltern. Schwester Tara flog mit dem Flugzeug voraus und verfolgte bei den Großeltern die achteinhalb wöchige Reise per Skype und über die sozialen Netzwerke mit. Auf den 10 300 Kilometern hatte ihre Bella, so erinnert sich der 52-jährige Kfz-Meister und Mercedes-Werkstattleiter Amadeus Waldmann, 28 Speichenbrüche, zwei komplette Motorschäden, zweimal brach der Auspuff, dreimal die Gepäckhalterung, einmal musste die Zylinderkopfdichtung ausgewechselt werden und es gab, man glaubt es kaum, nur einmal einen platten Reifen.

"Die Wurstdosen hatten wir unter dem Reserverad verstaut und während der Fahrt durch die Mongolei gab es nirgends ein Stück Brot", sagt Monika Waldmann.

Aber überall viel Hilfsbereitschaft, staunende und freundliche Menschen und das ganz große Abenteuer. Die Waldmanns zelteten wild in der Mongolei, campten in der Wüste Gobi, sie aßen getrockneten Schafskäse und wurden mit Joghurt aus Stutenmilch beschenkt, den die Nomaden in der Mongolei ihnen gaben.

In der Mongolei übernachteten sie in Jurten und fuhren durch die Wüste Gobi

Sie waren in Jurten (Zelt von Nomaden) eingeladen, lieferten sich mit ihrer Bella Pferderennen mit jungen Mongolen, übernachteten in russischen Motels und fuhren durch Lettland. Dabei galt es Flüsse zu durchqueren, die sandige Wüste Gobi zu meistern und oft mit nur 18 Kilometer pro Stunde über die schwierigsten Schotterpisten zu rumpeln.

Am vergangenen Freitag hat die vierköpfige Familie schon mal einen Probedurchlauf mit Projektor, Tontechnik und Computer im Pfarrsaal der Gauselfinger Kirche gemacht. "Ich habe keine Ahnung, wie viel Menschen zu dem Vortrag kommen", sagt die reiselustige Gauselfingerin. Einige Freunde aus der Globetrotter-Runde, die sich im Zwei-Jahres-Rhythmus treffen und über ihre Fernreisen und Auslandsaufenthalte berichten werden sicherlich dabei sein und auch Familie, Freunde, Arbeitskollegen und Bekannte aus dem ganzen Zollernalbkreis.

Im Anschluss an den Vortrag soll es Kaffee und Kuchen geben und Gelegenheit für persönliche Gespräche. Ob der Vortrag dann noch einmal woanders gehalten wird, lassen die Waldmanns noch offen.

Aber eins wissen sie schon: Ihre nächste Reise soll, so ist die Planung, im Jahre 2017 durch Russland führen. Über die legendäre "Road of Bones" in den Nordosten des Landes. Diesmal mit zwei Motorrädern, denn mittlerweile hat auch Monika Waldmann den Zweiradführerschein und Sohn Rouven ist mit seinen jetzt 14 Jahren dann alt genug, aus dem Beiwagen aus und beim Vater als Zweirad-Sozius aufzusteigen.

Die Road of Bones auch Kolyma Highway genannt, ist eine Fernstraße von Jakutien nach Magadan in Russland. Die Straße ist benannt nach dem Fluß Kolyma, den sie bei Debin kreuzt. Sie wurde aber auch als "Straße der Knochen" oder "Straße des Todes" bekannt, weil während ihres Baus in der Stalin-Ära viele der eingesetzten Gulag-Häftlinge ums Leben kamen und, so sagt man, ihre Knochen einfach unter dem Schotter der Straße begraben wurden.

  
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