Burladingen Themenwanderung rund ums Wasser

Schwarzwälder-Bote, 22.04.2012 16:00 Uhr

Von Rainer Eule

Burladingen. Mit drei geführten Wanderungen beteiligte sich die Volkshochschule Burladingen an den ersten Nachhaltigkeitstagen des Landes.

Am Beispiel des Wassers wurde demonstriert was Nachhaltigkeit konkret bedeutet und wie damit Ressourcen der Natur besser genutzt werden können.

Drei Themenkreise, welche bei der Wanderung von der Walz- zur Guckenmühle, einer Frühjahrskräuterwanderung entlang der Lauchert und einer Brunnenwanderung in Stetten u.H. aufgegriffen wurden. Zum Mahlen von Korn und zum Antrieb von Sägegattern wurde mittels Mühlrädern die Kraft des Wassers schon sehr früh genutzt. So auch im Bereich der Lauchert zwischen Stetten und Hausen, wo zwei gut erhaltene Beispiele besichtigt und vom fachkundigen Führer, dem Archäologen Wolfgang Heinzelmann, erklärt wurden.

Neben den Erklärungen zur Technik ging Heinzelmann auch auf geschichtliche Besonderheiten wie den Mühlenbann ein, der dem Müller und dem Landesherrn die Zinseinkünfte sicherte. Oder den Umstand, dass Mühlen durch ihre häufige Lage an Gebietsgrenzen, gerne zum rechtsfreien Raum wurden.

Für die Frühjahrskräuterwanderung war es noch etwas früh im Jahr, dennoch konnte Heinzelmann eine größerer Anzahl von Pflanzen und Heilkräutern zeigen und ihre Geschichte und Verwendung erläutern. Beispielsweise die Brunnenkresse, mit der man Flecken aus Textilien entfernte und deren Blüten als Salat und Würze verwendet wurden, oder Mädesüss, dessen Name allerdings nichts mit Mädchen zu tun hat, sondern als Zusatz zu Met, Wein und Bier verwendet wurde. Bewundernswert auch der Seggenbewuchs des Lanschaftsschutzgebietes zwischen Hörschwag und Stetten. In diesem Zusammenhang ging Heinzelmann auf die gute Wasserqualität des Langen Brunnens ein, der eine der Hauptquellen der Wasserversorgung der umliegenden Gemeinden ist.

Damit war die Überleitung zur Brunnenwanderung in Stetten u.H. gefunden. Stetten gehört zu den Albgemeinden, in denen immer genügend Trinkwasser in die Dorfbrunnen floss.

Fast alle dieser Brunnen werden von der am nordwestlichen Ortsausgang gelegenen Brunnenfelsenquelle gespeist, wo sich ursprünglich auch die Widderanlage befand. Mit dieser Anlage konnte ohne Fremdenergie das Wasser von der Quelle zum Reservoir gepumpt werden. Kurz nach dem Krieg wurde diese Anlage, da kein Strom zur Verfügung stand, nochmals kurzfristig betrieben. Heute steht der Widder, von Rentnern renoviert, als Schaustück mit Informationstafeln und einigen alten Deicheln auf dem Dorfanger.

 
 
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