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Burladingen Sie will, dass ihr Kind selbstbestimmt lernen darf

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Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder-Bote

Sonja Nerz aus Burladingen hofft, dass ihre Tochter später mal auf eine Demokratische Schule gehen kann. Dazu tingelt die 34-Jährige derzeit durch den Landkreis und versucht gleichgesinnte Eltern zu finden um einen Förderverein zu gründen.

Burladingen. Wenn die studierte Produktionsmanagerin vom Konzept der Demokratischen Schulen erzählt, kann sie ihre Begeisterung kaum zügeln. Eine Schule, in der Kinder selbst bestimmen, wann, was und wie sie lernen, altersgemischt und ohne Noten, sich selber Regeln geben, in der wöchentlichen Schulversammlung ihre Belange diskutieren und in der es keine Lehrer sondern Lernbegleiter gibt.

Die nächsten solcher Schulen befinden sich in Stuttgart (PIEKS) und Freiburg (KAPRIOLE), auch Tübingen hat bereits ein ähnliches Modell, es nennt sich Aktive Schule. All das ist nicht neu, aber dennoch eher unbekannt. Sonja Nerz will das ändern. Sie selbst steht längst mitten im Thema, hat viele Bücher gelesen, den einstündigen Film von Christoph Schuhmann über Schools of Trust (Schulen des Vertrauens) gesehen und den Gymnasiallehrer und Filmautor auch persönlich getroffen. Sie hat drei solcher Schulen besucht, in einer sogar hospitiert und ist überzeugt: Für viele Kinder wäre es die bessere Alternative zu lernen und zu selbstbestimmten Menschen zu reifen.

Ihre Meinung teilen auch viele Hirnforscher und Neurologen. Sie verweisen darauf, dass Kinder in den ersten drei bis vier Lebensjahren wahnsinnig viel lernen, weil sie sich Zusammenhänge selbst erschließen. Ganz von alleine und spielerisch, und dass das dann im Hirn auch ganz anders verankert ist.

"Aber irgendwann sagt dann die Vertrauensperson zum Kind, dass es jetzt nicht mehr spielen, sondern lernen soll. Das ist für ein Kind total irritierend, denn für kleine Kinder sind Spielen und Lernen Dinge, die man gar nicht voneinander unterscheiden kann. Wir gehen sogar noch weiter und positionieren die Begriffe an den entgegengesetzten Enden einer Werteskala", kritisiert Nerz.

Schüler lernen Selbstsicherheit

Dass es auch anders gehen kann, beweisen die bereits existierenden demokratischen Schulen. "Die Pionierarbeit ist schon gemacht", sagt Nerz und verweist auf den Film von Schuhmann. Der hat für seinen Doku-Streifen einige Schüler und Lehrer bestehender Schulen interviewt und was bei den Alumni auffällt ist, wie gescheit, selbstsicher und ausgereift sie schon in jungen Jahren daherkommen. Ihre Abschlüsse machen sie jeweils an staatlichen Regelschulen und schließen dabei nicht schlechter, sondern tendenziell besser als der Durchschnitt ab. "Ich war wirklich bewegt, wie reflektiert die 16-Jährigen an solchen Schulen sind. Sie kennen sich selbst, sie wissen was sie wollen und sie übernehmen die Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Als ich mit 19 mein Abi hatte, hatte ich keine Ahnung was ich machen wollte", erinnert sich Nerz an ihre eigene Schul- und Studienzeit.

Sie sagt: "Ich mag an diesem Konzept, dass es keiner Ideologie folgt, die an eine Person gebunden ist, wie bei Montessori und Steiner, sondern sich ständig wandelt und weiterentwickelt, und auch nicht den Anspruch erhebt die perfekte Lösung zu sein. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Schule so funktionieren kann: ohne Druck, ohne Noten und die Schüler trotzdem ihren Weg gehen und auch bei regulären Schulabschlüssen nicht schlechter abschneiden." Vor Kurzem hat Nerz ein kurzes Referat im Burladinger Kindergarten in der Jahnstraße gehalten, auch eines in Stetten und Werbung für ihre Sache gemacht. In den nächsten Monaten will sie in vielen Orten des Kreises den Film über die demokratischen Schulen zeigen, mit Eltern diskutieren und ein Netzwerk flechten, das die Entstehung einer solchen Schule unterstützt.

 
 

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