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Burladingen Schelkle-Nachlass als Buch erhältlich

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In Malbriefen hat Karl Hermann Schelkle auch die Frustrationen in seiner Anfangszeit als wissenschaftlicher Theologe ausgedrückt. Sie sind nun in einem Buchprojekt veröffentlicht worden. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Nach einem wechselvollen Leben als Priester nahm er seinen Alterssitz in Starzeln, wo er 1988 verstarb. Nun sind Malbriefe aus dem Nachlass des Theologen Karl Hermann Schelkle in Buchform veröffentlicht worden.

Burladingen. Professor Dominik Burkard hat diese Briefe in der Publikation "Charakter – Biographie – Politik" veröffentlicht. Schelkle, der seinen Lebensabend von 1981 bis 1988 in Starzeln verbrachte, wurde für seine theologische Arbeit mit dem Titel eines päpstlichen Prälaten ausgezeichnet.

Prägend für sein Leben war auch Evita Koptschalitsch, die den Theologen als junge Psychologiestudentin in Tübingen getroffen hat. Sie blieb sein Leben lang Schelkles engste Vertraute. Nach seinem Tod fand sie die Malbriefe und stellte sie zur Veröffentlichung zur Verfügung.

Sie enthalten bedeutsame Skizzen, die vor allem zur Zeit des Dritten Reichs entstanden sind. Geschildert werden Szenen, Lebensumstände und Ansichten des strebsamen Akademikers und seiner Freunde.

Obwohl Schelkle für seinen Scharfsinn, seinen Fleiß und seine exzellenten Arbeiten schon während des Studiums bekannt war, kam seine Karriere nicht recht voran und er entwickelte depressive Neigungen. Aus dem Benediktinerkloster Maria Laach schloss man ihn wegen seines "mimosenhaften Wesens" aus. Schelkle war der Tod seines Halbbruders Valentin sehr nahe gegangen, die Tränen der Trauer waren jedoch bei der Klosterleitung verpönt. Nach Priesterweihe und Primiz widmete sich Schelkle der Weiterführung seines Philologiestudiums.

Nach dem Examen wollte er geistlicher Studienrat werden und unterrichten. Die Nationalsozialisten verwehrten Schelkle 1936 aber das Referendariat. Ein katholischer Geistlicher hatte damals keine Chance, in den Schuldienst aufgenommen zu werden. Der philologischen Dissertation kam eine Berufung als Aushilfspfarrer am Bodensee in die Quere. 1940 verweigerte Schelkles Doktorvater Lösch ihm den akademischen Titel und stellte angeblich "erhebliche Mängel" an der Dissertationsarbeit fest. Es fand sich durch Hilfe Tübinger Fürsprecher aber eine Möglichkeit für ihn, 1941 in Bonn mit "sehr gutem" Erfolg zu promovieren. Seine anschließende Bewerbung für den Bibliotheksdienst der Universität Tübingen verhinderten erneut die Nazis. So wurde er stattdessen Pfarrer in Wachendorf. Sein Ziel, lehren zu dürfen, war wieder in weite Ferne gerückt.

Anerkennung für Arbeit über das neue Testament

Die Wendung kam mit Ende des Zweiten Weltkriegs. Schelkle wurde 1947 zum Bibliotheksrat auf Lebenszeit ernannt und durfte wieder in Tübingen arbeiten. Nach der Habilitation war er Privatdozent in Würzburg, pendelte aber regelmäßig nach Tübingen, um seinen Bibliotheksaufgaben nachzukommen.

Schelkle wurde schließlich Professor in Tübingen. Als er 1976 emeritierte, wurde ihm der Titel eines päpstlichen Prälaten verliehen.

Auch eine Anerkennung dafür, dass seine Arbeiten über das Neue Testament große Beachtung fanden und in 16 Sprachen übersetzt ­wurden.

 
 

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