
Von Matthias Badura
Burladingen-Hausen. Das jüngste Jahreskonzert des Musikverein Hausen war wiederum ein großes, mit zahlreichen, viel beklatschten Höhepunkten.
Der Abend stand unter dem Motto "Filmklassiker" und natürlich setzte sich das Programm ausschließlich aus Filmmelodien zusammen. Den Beginn machte die Jugendkapelle unter der Leitung von Simon Riehle mit dem "Rosaroten Panther" und "Pocahontas". Sehr cool und sehr getragen, mit großer Sicherheit, gaben sie den beiden Stücken genau den Charakter, den ihnen ihre Komponisten zugedacht haben. Prima gemacht!
Der Musikverein eröffnete mit "Filmerfolge" und setzte damit gleich am Anfang ein Glanzlicht. Da war nun wirklich alles drin, was Herz und Ohr begehrten: Breitklang-Sound, tiefe Gefühle, ein Marsch, südamerikanische Rhythmen, dann wieder mächtige und doch fein abgestimmte Klangwände. Einige der Kinostreifen, die da angespielt wurden, sind lange vergessen, so etwa "O Cangaciero" oder "Unser Wirtschaftswunderland bei Nacht"; dieser Auftakt, den Dirigent Markus Best und sein Orchester da boten, wird hingegen noch lange Zeit im Gedächtnis haften bleiben.
Als zweites Glanzlicht erstrahlte "Gabriels Oboe". Vom Technisch-Spielerischen her einmal ganz abgesehen, schafften es Markus Best und die Kapelle, die unendlich melancholische Stimmung, das Schwelgen zwischen Hoffnung und Traurigkeit, die dem Film "Mission" innewohnt, in den Saal zu zaubern. Hauptanteil an dieser Leistung hatte Lisa Best. Sie spielte als Solistin die Oboe.
Auch das Stück "Hallelujah" aus dem Monsterspektakel "Shrek" war gelungen und selbstverständlich hat das "Western Graffiti", bei dem John Wayne oder Cary Grant zum Showdown antraten, großen Spaß gemacht. Warum allerdings die "Piraten der Karibik" neuerdings bei fast keinem Jahreskonzert und auch in Hausen nicht mehr fehlen dürfen, lässt sich nicht schlüssig begründen. Das Werk ist nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung von Effekten, eine bessere Geräuschkulisse für einen Piratenfilm eben.
Im zweiten Teil trumpfte die Kapelle dann mit "Mein Name ist Nobody" oder den "Junior TV-Hits" nochmals auf. Auch hier wieder stakkatoartiger Applaus.
Insgesamt eine schöne Vorstellung, die hochzufriedene Besucher hinterließ. Aber auch an der Grenze. Bei fünf Titeln handelte es sich um durchkomponierte Stücke. Die sechs anderen waren Potpourris. Mehr davon – das gab’s bei anderen Vereinen durchaus schon – wäre absolut zu viel an "Unterhaltung" gewesen. Vor allem unter der Stabführung von Markus Best, der seinem Publikum gern auch einmal ungewöhnliche und mithin hochanspruchsvolle Titel vorsetzt.