
Burladingen-Gauselfingen - Der Freudenstädter Verein "Nothilfe für Polarhunde" will in Gauselfingen eine Auffangstation für nordische Hunde errichten. Standort soll der "Klepperteil" bei der Reitanlage Elmer sein.
Das Gauselfinger Gremium zeigt sich nicht besonders erfreut, dass direkt neben dem Sportplatz eine Hundeauffangstation eines Freudenstädter Vereins entstehen soll. Der Verein "Nothilfe für Polarhunde" hat schon mehrere Anläufe zum Erwerb von Immobilien für eine Auffangstation gestartet. War aber bislang nirgends willkommen. Versuch in einem Stadtteil von Loßburg riefen massive Bürgerproteste hervor. Ähnlich erging es dem Verein in der Nähe von Horb.
Rechtlich wird für die Gauselfinger wohl nichts zu machen sein. Für den Bereich "Im Klepperteil" besteht ein rechtsgültiger Bebauungsplan und das Vorhaben entspricht laut Prüfung durch das Landratsamt auch den festgelegten Leitlinien. Die Bauvoranfrage der "Nothilfe für Polarhunde" war dem Gauselfinger Ortschaftsrat deshalb auch nur zur Kenntnisnahme vorgelegt worden. Zu entscheiden gab es da nichts. Ortsvorsteher Rudi Kanz will nun aber doch mit dem Vereinsvorsitzenden im Schwarzwald Kontakt aufnehmen. Der Verein aus Freudenstadt soll übrigens schon mehrfach im Raum Burladingen auf der Suche nach einem geeigneten Platz für seine Auffangstation gewesen sein.
Die "Nothilfe für Polarhunde" kümmert sich bevorzugt um nordische Hunderassen. Dazu zählen: Schlittenhunde (Alaskan Malamute, Grönlandhund, Samojede, Siberian Husky); Nordische Jagdhunde (Elchhund, Finnenspitz, Laika-Rassen); Nordische Hütehunde (Buhund, Vallhund, Lapphund), Japanische Hunderassen (Akita Inu, Shiba Inu). Meist handelt es sich bei den aufgenommenen Hunden um "Second-Hand-Hunde" mit ganz unterschiedlichen, manchmal auch weniger guten Vorerfahrungen. Der Verein vermittelt nicht in Zwinger- und Kettenhaltung.
Die "Nothilfe für Polarhunde" finanziert seine gesamte Arbeit nur aus privaten Spenden und verfügt über keinerlei Hilfe aus öffentlicher Hand. "Die Nothilfe für Polarhunde" ist ein Tierschutzverein, dessen Mitglieder sich besonders für nordische Hunde in Not einsetzen. Nach eigenen Angaben hat der Verein seit 1995 schon hunderte von gequälten, misshandelten, falsch gehaltenen oder aus anderen Gründen heimatlos gewordene Hunden in ein neues Zuhause vermittelt.
Im Internet schreibt der Verein: "Wir suchen für unsere Sorgenkinder Menschen, die sich mit ihrem Kameraden sportlich (keinen Rennsport) betätigen, die Tiere voll in die Familie einbinden und nicht im Zwinger (Isolations- und Einzelhaft) abstellen."
Weiter heißt es dort: "Alle unsere Pflegestellen platzen aus den Nähten, daher sind wir dringend auf unsere Auffangstation für die Ärmsten der Armen angewiesen, wo sie in Sicherheit betreut werden und in Ruhe auf ihre neue Familie warten können."