Burladingen "Gott hat die Fremdlinge lieb"

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Phillip Neurath, Referent für Flüchtlingsarbeit, wartete beim Treffen in Burladingen mit Zahlen und Fakten zum Thema Flüchtlinge und Asylbewerber auf. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder-Bote

In Burladingen könnte es bald einen Arbeitskreis Asyl oder ein Begegnungscafé geben. Rund zwanzig Burladinger trafen sich auf Einladung der Kirchengemeinden und der Caritas im Pfarrsaal St. Fidelis zu einer Infoveranstaltung über Flüchtlingsarbeit.

B urladingen. Pastoralreferentin Adelheid Bumiller betonte in ihrer Begrüßung das Wort aus dem fünften Buch Mose "Der Herr Euer Gott hat die Fremdlinge lieb. Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben, denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland." Angesichts vieler Millionen Menschen, die vor Krieg, Bomben und Zerstörung fliehen, gehöre es zur Christenpflicht, zu helfen.

Ulrike Stoll-Dyma, die für Flüchtlinge zuständige Referentin des katholischen Dekanats Zollern, und Phillip Neurath, Referent für Flüchtlingsarbeit von der evangelischen Diakonischen Bezirksstelle Balingen, moderierten das Treffen. Beide bringen reichlich Erfahrung mit.

Stoll-Dyma ist seit einigen Jahren federführend wenn es um Flüchtlingsarbeit in Hechingen geht, sie gründete unter anderem das Begegnungscafé. Neurath ist seit Mai bei der diakonischen Bezirksstelle in Balingen für Flüchtlinge zuständig. Der 26-Jährige war zuvor eineinhalb Jahre lang in der Landeserstaufnahmestelle in Meßstetten tätig.

Neurath informierte mit einer Power-Point-Präsentation über Zahlen und Fakten zu Flüchtlingen und lieferte den Anwesenden Argumente, um mit gängigen Vorurteilen aufzuräumen. Flüchtlinge nehmen weder Einheimischen die Jobs weg, noch fallen sie in der Kriminalstatistik besonders auf. Und wenn sie straffällig werden, dann seien es meist minderschwere Delikte wie Ladendiebstahl oder die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrschein.

Umfragen zeigen gleiche Wertvorstellungen

Wenn es um Wertvorstellungen und Aussagen zum politischen System, der Regierungsform und der Demokratie gehe, seien die Vorstellungen und Wünsche von Asylbewerbern und deutschen Bundesbürgern laut Befragungen sogar nahezu deckungsgleich.

Verena Hoheisel, vom Caritas Sozialdienst informierte über die Situation in Burladingen. Wegen des LEA-Privilegs hat Burladingen bislang wenige Asylbewerber aufnehmen und unterbringen müssen. In Killer würden in einer Unterkunft rund 15 Flüchtlinge leben, drei einzelne Männer und zwei Familien, die allerdings noch nicht anerkannt seien. Anerkannt seien mittlerweile die Mitglieder von vier weiteren Familien in Burladingen. Die Väter hätten Arbeit bei Trigema gefunden. Alle würden nach wie vor von der Caritas betreut.

Anschließend wurde rund zwanzig Minuten lang rege diskutiert. Da gab es auch Kritik an den Äußerungen des Bürgermeisters Harry Ebert im Amtsblatt. Der habe Bedürftige "gegeneinander ausgespielt", stellte eine Kritikerin fest. Dass Vorurteile die Diskussion bestimmen, dass oft am Stammtisch und Bekanntenkreis "sehr unangemessene Äußerungen" fallen, dagegen müsse man Position beziehen, stellte eine der Anwesenden fest. Dagegen helfen "Fakten, Fakten, Fakten und dass man aufklärt", antwortete eine andere.

Vereinbart wurde ein weiteres Treffen am Dienstag, 10. Januar. Dann soll über die Einrichtung eines Arbeitskreises Asyl, Patenschaften für Flüchtlinge und ein Begegnungscafé in Burladingen beraten werden.

"Wir schaffen das!" Aber wer schafft es und wie? Wie sieht konkrete Hilfe für Flüchtlinge an der Basis aus? In einer neuen Serie mit dem Titel "Integration" will der Schwarzwälder Bote dem auf den Grund gehen und von positiven Beispielen aus Firmen, Schulen, Kindergärten und Sportvereinen berichten. Wir starteten vor einigen Tagen mit dem Pakistaner Waheed Ahmeed, der im Nähsaal von Trigema seinen Lebensfaden neu aufnehmen konnte und berichten heute über das Treffen im Pfarrsaal von St. Fidelis.

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