Burladingen Ein neues Hotel fast ohne Personal

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Theo Dolinschek stellt dem Burladinger Gemeinderat sein Hotelprojekt vor. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder-Bote

Burladingen soll bald ein Hotel mit 18 Doppelzimmern, 36 Betten und Frühstückssalon haben. Die Brüder Theo und Erwin Dolinschek wollen es hinter ihrem Firmenkomplex auf dem unbebautem Grundstück am Eingang der Albstraße errichten.

Burladingen. Theo Dolinschek stellte den Burladinger Gemeinderäten seine Pläne im Anschluss an eine Firmenführung vor. Beauftragt hatte er das Ringinger Architektenbüro Rupp, den Stil hat sich Dolinschek ein wenig bei amerikanischen Motels abgeguckt, wie er sagt. Er nennt das Projekt bisher "Hotelgarten", die Zimmer sollen in 18 einzelnen Einheiten mit Nasszelle erstellt werden, die Einrichtung soll hochwertig sein und der Betrieb "personalarm".

Es wird, so erklärte Dolinschek den überraschten Räten, keine Rezeption im klassischen Sinne geben. Der Check in erfolgt online, die Bezahlung mit Kreditkarte an einem Automaten, der dann den Zimmerschlüssel auswirft und die Rechnung ausdruckt. Das Frühstück wird in einem großen Salon serviert, der ebenfalls auf dem Gelände geplant wird. Dolinschek schätzt, dass er für die Frühstücks-Vorbereitungen und das säubern der Zimmer lediglich zwei Mitarbeiter braucht.

Für die Brüder, beides gelernte Köche, ist es nicht die erste Investition in Sachen Gastronomie. Als sie das Ambrosius-Heim-Gelände übernahmen, haben sie vor rund neun Jahren das ehemalige Kesselhaus der Textilfabrik zu einem 150-Quadratmeter großen Restaurant für 120 Gäste ausgebaut. Interieur und Name erinnern an die Tradition der Textilindustrie in Burladingen. In einem ehemaligen Wasseraufbereiter wurde eine Zapfanlage integriert, an den Wänden dokumentierten Bilder die Geschichte der regionalen Textilindustrie.

Die Bauteile für Theke, Geländer, Lampen und Flaschenregale stammen aus der Textil-Dampftechnik. Der techniknostalgische Stil wurde bewusst gepflegt. Von Mai 2014 bis Juni 2016 hatte das Kesselhaus allerdings keinen Pächter, dann gelang es dem Spross einer Burladinger Gastronomenfamilie, Michael Roder für das Projekt zu gewinnen. Seitdem kann im Kesselhaus wieder gutbürgerlich gegessen werden.

Das Hotel, so stellt Dolinschek es sich vor, ist eine ideale Ergänzung zum Restaurant. "Wer eingecheckt hat, muss dann nicht mehr weit laufen, um ein Abendessen zu bekommen", schildert er. Für Bürgermeister Harry Ebert ein weiterer Schritt zum "Ausbau der touristischen Infrastruktur". Der Stadtchef erinnerte daran, dass nicht nur die Dolinscheks, sondern auch andere Firmen ihre Vertreter und Fachbesucher bisher in Nachbargemeinden unterbringen.

Übernachtungsbedarf ist vorhanden

Eine Standortanalyse des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes hatte aber bereits 2012 für Burladingen einen Übernachtungsbedarf gesehen, den ein Hotel auf Garni-Niveau mit rund 40 Zimmern decken könnte. Gemeinderätin Rosi Steinberg, selber Anbieterin von zwei Ferienwohnungen, begrüßte die Planung. Denn wer Ferienwohnungen anbietet, der täte sich oft schwer für nur eine Nacht zu vermieten, da es den Aufwand nicht lohne.

Zur Strickerei, Textilveredlung und Textilmaschinenherstellung der Dolinscheks, könnte sich also bald ein Hotel gesellen. Theo Dolinschek hofft, die Pläne bis Ende Dezember, spätestens im Januar 2017 einreichen zu können. Wenn die Genehmigungen vorliegen, ist der Baubeginn im nächsten Frühjahr geplant.

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