
Burladingen (bad). Der eine aus Burladingen ist Polizist, der andere, aus Gauselfingen, hat Kirchenmusik studiert und schielt aufs Lehramt. Beim einen handelt es sich um einen flotten Twen, der andere marschiert gemächlich auf die 60 zu; der eine benutzt morgens einen Kamm, um seine Haare zu ordnen, dem anderen tut’s zur Not ein feuchter Lappen, um die Glatze zum Spiegeln zu bringen. Hans Jauch und Michael Eisele - zwei Typen, die unterschiedlicher nicht sein könnten?
Wenn es um Musik geht, sprechen die beiden ein- und dieselbe Sprache. Die Frage nach Gegensätzlichkeiten haut sie nachgerade aus den Socken, beide müssen lang überlegen, bis ihnen etwas einfällt, wo sie diesbezüglich grundsätzlich anderer Meinung wären. Als Musiker, sind sie sich einig, harmonieren sie perfekt miteinander.
Das war schon so, als sie vor vielen Jahren bei einem Klosteraufenthalt nähere Bekanntschaft miteinander machten, die gegenseitigen Talente erahnten und beschlossen, einen Gottesdienst musikalisch zu umrahmen. Die zur Verfügung gestellten Instrumente waren, wenn nicht schrottreif, so zumindest reparaturbedürftig. Dennoch habe man eine recht hübsche Musik zustande gebracht. Es habe halt gepasst, erinnern sich die zwei.
Seither spielen sie zusammen, wobei jeder auch eigene Projekte verfolgt. Hans Jauch ist unter anderem bei "Genezareth" engagiert und Michael Eisele betreut die Gauselfinger "Harmonie" sowie den Stettemer Kirchenchor.
"Flash" – den Blitz – gibt es schon seit mehreren Jahren, als Duo treten Jauch und Eisele allerdings erst neuerdings auf. Von der Sympathie abgesehen hat das ganz einfach wirtschaftliche Gründe: Ein Duo ist billiger zu haben, wird eher verpflichtet, als eine Combo von vier und mehr Mann. Dass der "Sound" dennoch stimmt, dafür garantiert Computertechnik. Die Musiker machen kein Hehl daraus, dass sie sich von CD-Sequenzen begleiten lassen. Nur: Ohne die wandelbare, enorm ausdrucksstarke Stimme von Michael Eisele und das Gitarrenkönnen von Hans Jauch, hätten die Vorlagen keinerlei Wert. Außerdem überarbeiten die beiden die jeweiligen Klanggerüste im Vorfeld: "Wir achten darauf, dass wir einen eigenen Sound haben." Das Publikum, wissen die Profis, ist verwöhnt. Die Hits müssen tönen wie im Original, dürfen sich aber andererseits nicht abgedroschen anhören. "Früher war das anders", sinniert Hans Jauch. "In den 70er-Jahren waren die Leute mit Schrummschrumm zufrieden. Da konntest du dir als Musiker auch Unsauberkeiten erlauben, das hat keiner gemerkt, das wurde dir verziehen. Heute hört das Publikum sehr genau zu."
Annähernd 300 Lieder aller Schattierungen, von Freddy Quinn bis Freddy von Queen haben sich die beiden erarbeitet.