Von Ursula Kaletta

Brigachtal. Mit dem Kirchenkonzert im Advent bescherte der Musikverein seinem Publikum einen erlebnisreichen Abend und sich selbst nach einem ereignisreichen Jahr einen musikalischen Höhepunkt.

Das Konzert auf hohem Niveau war gleichzeitig die Abschiedsvorstellung für den Dirigenten Volker Rückert, der über neun Monate lang aushilfsweise das Orchester leitete.

Den Auftakt des Konzertes, das in diesem Jahr zum elften Mal in der Allerheiligenkirche stattfand, machte das Jugendorchester Brigachtal-Tannheim unter der Leitung von Bernd Steiner. Es besteht in dieser Formation seit vier Jahren und wie zu hören war, hat sich dieser Zusammenschluss bestens bewährt. Nach dem "Sentimental Song" trugen die jungen Musiker sicher und souverän bekannte Filmmelodien vor. Der Aufforderung, zu den gespielten Weihnachtsliedern mitzusingen, kamen die Konzertbesucher gerne nach.

Volker Rückert hatte es sich zur Aufgabe gemacht, dem Konzert das Thema zu geben, das zum Austragungsort passt, nämlich das Thema "Kirche". Die Auswahl der Musikstücke zeigte, dass ihm das hervorragend gelungen ist. Schon mit dem ersten Stück "Choral und Alleluja", wurden die Zuhörer auf das Hauptstück eingestimmt. "The Sword an the Crown" gehört zu den Hauptstufen-Stücken und erzählt die Geschichte vom englischen König Henry IV. Es beschreibt mit Trompetenfanfaren die Totenmesse. Mit gregorianischen Gesängen und den Klängen von Blockflöten wird der Zuhörer in das 15. Jahrhundert zurückversetzt. Schlachtmusik und Hymnen ertönen, Paukensätze lassen erleben, wie die streitenden Armeen aufeinander treffen, und beim Klang von Trompeten und Hörnern ist die Siegesfeier zu erleben. Zweifellos war dieses außergewöhnliche Werk von Edward Gregson eine große Herausforderung für den Dirigenten und die Musiker, denen es gelungen war jegliche Art von erlebbaren Gefühlen mit ihren Instrumenten wiederzugeben.

Mit den Stücken "The Da Vinci Code", "Die Hexe und die Heilige" sowie "By the Rivers of Babylon" zog sich das ausgewählte Thema wie ein roter Faden durch das Programm, durch das Nathalie Doser mit viel Hintergrundwissen zu den einzelnen Werken und deren Komponisten führte. Ein schöner und einfühlsamer Abschluss gelang mit dem Stück "Die Winterrose", in dem viele bekannte Weihnachtslieder ertönten, die in ungewöhnlicher Art vorgetragen wurden.

"Raum und Zeit lassen für das Unerwartete, sich an dem bescheidenen Ursprung des Festes erfreuen – das ist Weihnachten" wurde den Konzertbesuchern mit auf den Weg gegeben. Nach diesem tollen Konzert fiel der Abschied von Volker Rückert nicht leicht. Im Namen aller Musiker bedankte sich Vorsitzender Udo Fünfschilling für ein gutes Miteinander, das geprägt war von der fachlichen Kompetenz des Dirigenten sowie den zwischenmenschlichen Beziehungen. Rückert gab den Dank zurück und sprach von einer musikalischen und menschlichen Bereicherung, die er durch den Musikverein erfahren konnte.