Stuttgart - Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) nimmt einen neuen Anlauf, um die Hürden für die Diamorphin-Behandlung von schwerst Drogenabhängigen zu senken. Diesmal habe sie sich in einem Brief an den Gemeinsamen Bundesausschuss zur Diamorphinbehandlung gewendet, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Ihr Ziel sei es, die strengen gesetzlichen Vorschriften bei der Einrichtung von Arztpraxen zur Behandlung von Süchtigen mit dem Ersatzheroin zu senken. „Es geht mir darum, den Suchtkranken zu helfen in ihrem Kampf gegen die Drogen und ihnen nicht unnötig Steine in den Weg zu legen“, sagte die Ministerin.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) ist das oberste Beschlussgremium der Selbstverwaltung von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Krankenkassen. Vor zwei Monaten hatte Altpeter ihre Bitte bereits bei Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) vorgetragen - allerdings ohne Erfolg. Bislang gelten strenge Vorgaben, die nach Ansicht von Kritikern dazu führen, dass zahlreichen Drogenabhängigen die Behandlung mit Diamorphin verwehrt bleibt.

In Baden-Württemberg gibt es bislang einen Modellstandort in Karlsruhe, an dem nach Angaben des Ministeriums rund 30 Menschen mit dem Ersatzheroin behandelt werden.