Bräunlingen - Fastnachtsbrauchtum wird in Bräunlingen intensiv gelebt, und in früheren Zeiten eilte der Zähringerstadt sogar der Ruf als närrische Hochburg voraus.

Eine volle Stadthalle, in der kein Durchkommen mehr war, eine belebte Straßenfasnet und gut besuchte Gaststuben waren gang und gäbe. Zunehmend kränkelte es immer mehr. Das Veranstaltungspensum in anderen Ortschaften stieg an, und das närrische Volk aus Bräunlingen und dem Umland blieb aus, und ein gewisser Fastnachtsfrust machte sich breit.

Aus der Konsequenz heraus fanden somit der Hexenball am Schmutzigä Dunschtig und der Ball am Fasnet-Mentig nicht mehr statt. Als Frischekur gründete die Narrenzunft Eintracht deshalb vor über einem Jahr einen Werbeausschuss mit dem Ziel, die Fastnacht zu beleben und aufrechtzuerhalten und andererseits auch für das 125-jährige Jubiläum im Jahr 2015 gerüstet zu sein.

Das Team um Zunftmeister Karlheinz Scherzinger wird dabei von Herbert Heini, einem Werbefachmann mit Bräunlinger Wurzeln unterstützt. Als erste Initiative sollte ein Umfragebogen, der an die Mitglieder und 20 unterschiedliche Vereine und Gruppierungen vor über einem Jahr ausgeteilt wurde, Auskunft über den tatsächlichen Krankheitsbefund geben.

Die Auswertung wurde jetzt in der Generalversammlung vorgestellt. Fasst man das Ergebnis der 210 abgegebenen Umfragebögen zusammen, fehlt es maßgeblich an Besenwirtschaften und Lokalen. Die Narren streben Veränderungen in den Lokalitäten an, das Ziehen von Wirtschaft zu Wirtschaft ist zunehmend gefragt.

Aufgrund dessen suchte der Werbeausschuss das Gespräch mit fünf Bräunlinger Gastronomen, um auch deren Meinungen abzufragen.

Dabei ging es darum, was die Narrenzunft, die Gaststätte und die Stadt Bräunlingen tun können, um dem Absterben entgegenzuwirken. Alle waren sich einig: "Sind Narren in der Gaststätte und Musik wird gespielt, mangelt es auch nicht an Gästen".

Diese Meinung teilten auch die Umfrageteilnehmer, denen aber auch fremde Gastgruppen fehlen. In Bezug auf die Stadthallen-Fasnet missfällt das zu lange Programm am Zunftball sowie die Schauspielfasnet mit ihrem teils schwer-verdaulichen Motto. Was aber viele mit der Brilingör Fasnet verbinden, ist das Brauchtum, die Tradition, die Geselligkeit, die Musik, die einzelnen Fasnettage und die historischen Gruppen. Einige Sachen wurden bereits umgesetzt wie das Gildeessen am Schmutzigä Dunschtig, ein gestraffteres Zunftballprogramm und auch leichtere Kost als Motto bei der Schauspielfasnet.

Der nächste Schritt ist jetzt, ein Konzept zu erstellen, welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden können, so Gildenmeister Stefan Hummel. Aufgrund der Stadthallensanierung sei man 2014 schon gefordert, die Fastnacht lebendig zu halten.

Als letzte Frist wurde das große Jubiläum im Jahr 2015 genannt. Bis dorthin sollte auf alle Fälle die richtige "Medizin" für die Fasnet gefunden worden sein.