Bräunlingen Kirchstraße ist auch Herzenssache

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Modernes Pflaster, Sandbereiche oder auch alte Kopfsteinpflaster: Viele unterschiedliche Beläge sind in der Bräunlinger Kirchstraße schon verlegt worden. Das soll sich mit der angestrebten Sanierung ändern. Der Gemeinderat muss den Sanierungsstart aber erst noch genehmigen. Foto: Vollmer Foto: Schwarzwälder-Bote

Bis auf teils bröselige Granitsteine haben das Bräunlinger Rathaus und das Architekturbüro Dauner, Rommel, Schalk aus Stuttgart gezeigt, dass sie Altstadtsanierung können. Von allen Seiten gab es stets Lob, wenn wieder ein Sanierungsabschnitt fertig war.

Bräunlingen (gvo). Und auch das Problem mit mangelhaften Steinquadern hat man durch Nachkontrollen vor dem Einbau inzwischen ganz gut im Griff. Nun fehlt noch ein Stück zum vollendeten Glück: die Kirchstraße, in der sich unter anderem das Rathaus befindet. Die Pläne sind gemacht und wurden am Dienstagabend in der Einwohnerversammlung für gut gefunden. Einen Kritikpunkt gab es aber: Weil dieser Straßenzug recht lang und breit ist und wohl auch sämtliche Leitungen im Untergrund erneuert werden müssen, summiert sich die Sanierung auf rund zwei Millionen Euro.

Die Prioritätenliste ist lang in Bräunlingen und so könnte man das Projekt trotz brüchiger Kanäle noch schieben. Aber nicht nur Bürgermeister Jürgen Guse würde in seinem letzten Amtsjahr den Abschluss der Altstadtsanierung gerne auf den Weg bringen. Alt-Stadtrat Karl Müller wünschte sich als Anlieger den "längst fälligen" Ausbau. Über 15 Jahre beschäftige man sich nun schon mit der Altstadtsanierung. Jetzt sollte man diese zügig zum Abschluss bringen und zur Not mit billigem Geld vom Finanzmarkt finanzieren.

Guse unterstützte Müller in dieser Ansicht: "Es gibt auch sinnvolle Schulden". Derzeit müsse die Stadt nur 0,8 Prozent Zinsen zahlen. Dagegen würden die Baukosten deutlich anziehen. In zwei oder drei Jahren müsse man mit zehn Prozent mehr rechnen. Ein Vorzieheffekt wäre selbst bei einer höheren Pro-Kopf-Verschuldung sinnvoll, zumal der Zustand der Straße einer Stadt wie Bräunlingen nicht würdig sei.

Neben den unterschiedlichen Hofpflasterungen stehen vor allem die 1952 zum Stadtjubiläum angelegten großen Sandflächen, auf denen kunterbunt geparkt wird, in der Kritik. Vor allem bei Regenwetter sei das eine einzige Sauerei, so Müller.

Architekt Tilman Schalk sprach von einer kniffligen Aufgabe für die Planer. In der Kirchstraße finde man viele Scheunentore, Hauseingänge und Garagen vor. Diese könne man alle nicht mit Bäumen oder Sitzbänken zustellen. Ebenso müsse man Freiflächen für die Fahrgeschäfte an der Kilbig offen halten. Immerhin sei aber eine Versetzung des Gumpp-Brunnens möglich.

Durch die Ordnung der Stellplätze gewinne man 20 zusätzliche und somit 70 Parkplätze. Geplant ist eine asphaltierte Straßen mit einer Breite von sechs statt bislang acht Metern. Ansonsten greife man wieder auf unterschiedliche Pflasterbeläge zurück. Das einheitliche Gestalten sei problemlos möglich, weil die Freiflächen in der Straße alle der Stadt gehören.

Die Sanierung der Kirchstraße ist in zwei Abschnitten geplant. Um eine Flickschusterei in den nächsten Jahren zu vermeiden, strebt Bauamtsleiterin Kerstin Milse parallel zur Oberflächnsanierung eine Generalsanierung im Untergrund an. Das macht das Projekt deutlich teurer, aber sinnvoll. Den neben Kanal und Wasserleitung sollen auch Nahwärme-, Gas- oder Stromleitungen sowie das Glasfaserkabel fürs Internet verlegt werden. 475 000 Euro sind so für die Versorgungsleitungen geplant. Insgesamt wurden für die Kirchstraße zwei Millionen Euro kalkuliert.

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