Von Klaus Spathelf

Bräunlingen. Ob im Jahr des 60-jährigen Geburtstages des MSC Bräunlingen nach 20 Jahren eine Comeback-Veranstaltung im Skijöring gelingt, steht nach den derzeitigen, mittelfristigen Wetteraussichten zumindest in den Sternen.

Denn bestimmte klimatische Voraussetzungen sind notwendig, um eine derartige Veranstaltung innerhalb kurzer Zeit zu stemmen. Frank Staller, 1. Vorsitzender des MSC ist überzeugt, innerhalb eines Zeitraumes von maximal zehn Tagen das Spektakel auf die Beine zu stellen. "Die Motorsportfreunde haben ja im Winter nicht viel zu tun, insofern stehen sie Gewehr bei Fuß, wenn es darum geht, sich anzumelden. Auch die rechtlichen Voraussetzungen könnte man über den Verband ebenfalls relativ kurzfristig geregelt bekommen. Insofern ist das Wetter die Variable, auf die es ankommt."

Und dieses Wetter muss passen. Starke Minustemperaturen über einen längeren Zeitraum und eine Menge Schnee sind notwendig, um eine Piste herzurichten, auf der Skijöring mit dem Motorrad möglich ist.

Bei der Premiere vor 20 Jahren waren etwa 30 Gespanne aus der Region am Start. Ein ähnliches Starterfeld würden sich die Organisatoren auch für 2013 vorstellen können. "Wir sind das ganze Jahr über mit vielen Motorsportfreunden in Kontakt, so dass solche Teilnehmerzahlen durchaus realistisch wären", so MSC-Vorsitzender Frank Staller.

Die Piste, die vor 20 Jahren hergerichtet worden war, lag an dem Platz, wo heute die Sporthalle steht. Ein kleiner Rundkurs würde genügen. Dieser muss mit Schnee belegt werden, der durch mehrmaliges Walzen so stark komprimiert wird, dass, mit Unterstützung von Wasser, die Reifen der Maschinen einen entsprechenden Gripp bekommen werden. Dann braucht der Motorrad-Pilot noch einen Skiführer, der es sich zutraut, wie beim Wasserskifahren, mit hoher Geschwindigkeit vom Motorradfahrer über den Rundkurs gezogen zu werden. Pilot und Skifahrer sind in den allermeisten Fällen ein eingespieltes Team.

An den Skifahrer werden hohe Anforderungen gestellt, besonders in Bezug auf das Gleichgewichtsverhalten. Denn durch die hohen Geschwindigkeiten, die gefahren werden, entstehen hohe Fliehkräfte, mit denen der Skifahrer umgehen muss. Da Stürze nicht vollständig ausgeschlossen werden können, tragen der Motorradfahrer und der Skifahrer einen gepolsterten Schutzanzug mit Helm und Protektoren.

Skijöring hat seinen Ursprung im hohen Norden in Schweden und Norwegen. Der erste Wettbewerb dieser Art wurde im Nobel-Skiort St. Moritz im Rahmen der Olympischen Spiele im Jahr 1948 gestartet.Die Distanz betrug damals 1900 Meter, acht Teams waren am Start.

Doch das Rennen in Bräunlingen, sollte es im JubiläumsJahr zustande kommen, hat mit dem in St. Moritz wenig gemeinsam. In einem der teuersten Skiressorts der Welt, in St. Moritz ist Skijöring eine Sportart für die "Schönen und Reichen". Es wird zu einem gesellschaftlichen Großereignis hochstilisiert.

In Bräunlingen ist es ein Sportevent, bei dem Motorsportler an den Start gehen, um in der wettkampflosen Winterzeit Fahrpraxis zu behalten. Statt Champagner gibt es Glühwein und Kesselfleisch.

Sollte im Januar das Wetter stimmen, wäre in zehn Tagen alles vorbereitet.