Bräunlingen-Unterbränd (ra). Erstmals stand auf dem Programm des Zunftballs der Köhlerzunft ein Narrengericht. Angeklagt war die lokale Presse, die für ihre Berichterstattung am Pranger stand.

Nach kurzem Prozess plädierte die Staatsanwältin auf schuldig, und da der Verteidiger ihr verfallen war, wurde das Urteil auch gleich vollstreckt. Der Henker zerhackte voller Inbrunst die Kugelschreiber des Schreiberlings, "damit die Schmiererei ein Ende hat".

Gekonnt und mit viel Witz führten Sven Azevedo und Wolfgang Weber im Nachtgewand durchs Programm. Mit von der Party war auch wieder Horst Schlämmer alias Thomas Opdenhövel, der das Geschehen genau überwachte.

Der einsame Clown Heike Azevedo bemühte mit seiner Büttenrede die Lachmuskeln. Fetzig ging es bei den Tänzen der Undercover Dancing Girls und den Spider Girls, die zu heißen Rhythmen ihre Hüften schwingen ließen Bei der Verkaufsveranstaltung der Köhlermänner war besonders der Gedankenhelm gefragt, der die tiefsten Gedanken manches Besuchers auf die Leinwand brachte. Interesse herrschte auch an dem vollautomatischen Bett.

Den Saal so richtig aufgemischt mit fetzigem Sound hat die Wälderbänd. Das Männerballett ritt als Cowboys über die Bühne. Nicht sehr hygienisch ging es bei dem Auftritt der glorreichen sechs Schachteln zu. So wurde gemeinsam der Nachttopf besucht, der Hintern geputzt, mit dem gleichen Lumpen nachgewischt und mit der Klobürste Zähne geputzt. Zum Abschluss legten die alten Damen dann noch einen langsamen Tanz aufs Parkett.