
Von Michael Klitzsch Bräunlingen. Beim ersten Mal kam er nicht zum Laufen, sondern zum Verletzungen versorgen: Es war das Jahr 1974, als der damals 32-jährige Arzt Ulrich Mehnert in die Zähringerstadt zog und vom Roten Kreuz gefragt wurde, ob er nicht mitkommen wolle zum Schwarzwald-Marathon. Mehnert tat es – und staunte. Lauter "alte Männer" habe er dort gesehen, die 42 Kilometer am Stück bewältigten – und schließlich glücklich und erschöpft ins Ziel trabten, erinnert er sich heute im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Mehnert dachte sich: "Was die können, kann ich auch."
Ein Jahr später versorgte er wieder Verletzte – lief vorher aber selbst mit. Mehnert, der schon immer von leichtathletischen Disziplinen fasziniert war, hatte zwei Monate vorher angefangen zu trainieren und rannte mit einer beeindruckenden Zeit von 3:29 ins Ziel. Dann kümmerte sich um die Masse der Läufer, die nach vier oder viereinhalb Stunden in den Zielkanal einbogen.
Mehnert war euphorisch, der Marathon hatte ihn begeistert: "Das war ein Glücksgefühl, als habe man den Führerschein oder das Abitur bestanden", erinnert sich der heute 67-Jährige. Für Mehnert stand fest: Das mache ich jetzt häufiger.
Er machte es dann bis heute sogar fast immer. Nur einen Marathon verpasste er wegen einer Verletzung. Mehnert sagt heute aber auch selbstkritisch, dass er mindestens einmal mehr hätte aussetzen sollen. 1976 bei seinem zweiten Marathon hatte er erst acht Tage vor dem Marathon die Windpocken bekommen. Angeschlagen lief er trotzdem mit und litt ab Kilometer 32 unter schweren Krämpfen. "Das war unverantwortlich", reflektiert Mehnert heute. Was passieren kann, wenn man mit verschleppter Krankheit auf die Strecke geht, erlebte er aus nächster Nähe beim Marathon in Hamburg vor zehn Jahren. Direkt vor ihm brach jemand zusammen und starb. Mehnert hat aus seinen Erfahrungen gelernt: Da er sich zurzeit auch nicht ganz fit fühlt, läuft er in diesem Jahr nur den Halbmarathon.
Wenn man sich verantwortlich der Herausforderung stellt, kann der Marathon einem Höchstgefühle bescheren, weiß Mehnert. Deswegen hat er im Laufe der Jahre viele für den Laufsport begeistert – unter anderem seine Tochter, die 1989 als 17-Jährige mit ihm das erste Mal auf die Strecke ging. Vielleicht lief der Bräunlinger Arzt damals deswegen auch seine bisherige Bestzeit beim Marathon: 3 Stunden und 7 Minuten.
Wenn Ulrich Mehnert läuft sei er "kein Unterwegs-Quassler", erzählt er. Deswegen mache er sich beim Training auch in der Regel allein auf den Weg. Nur mit Marathon-Chef Klaus Banka sei er mal eine Zeit lang regelmäßig zusammen gelaufen. "Wir wussten beide, dass nur das Nötigste gesprochen wird."
Für Marathon-Neulinge hat Mehnert übrigens einen guten Rat: "Nicht beeindrucken lassen, wenn die anderen rechts und links losstürmen." Viele Läufer seien bis Unterbränd zu schnell unterwegs. Und dann sagt Mehnert etwas, das nach viel Erfahrung und Autorität klingt – und etwas von Sepp Herbergers "Ein Spiel dauert 90 Minuten" hat. Ulrich Mehnert sagt: "Ein Marathon hat 42 Kilometer."
SAMSTAG u 13 bis 19 Uhr: Startnummerausgabe und Nachmeldungen, Stadthalle, Obergeschoss.
u ab 13 Uhr: Verkaufstände örtlicher Händler
u 15 Uhr: Start des SchülerCups über vier Kilometer
u 16 Uhr: Start des Zehn-Kilometer-Laufs, -Firmencups und -Nordic-Walking
u ab 16 Uhr: Nudelparty mit Unterhaltungsprogramm in der Stadthalle.
u 17 Uhr: Siegerehrung des Schülercups
u 17.30 Uhr: Auftritt des Kinderzirkus aus Villingen u 18.15 Uhr: Aufführung des Musicals "Mamma Mia" des TuS Bräunlingen
u 19 Uhr: Siegerehrung: Zehn-Kilometer-Lauf, -Firmencup und -Nordic-Walking SONNTAG u 7 bis 9 Uhr: Startnummernausgabe und Nachmeldung in der Stadthalle, Obergeschoss.
u ab 7 Uhr: Verkaufstände örtlicher Händler
u 8.30 Uhr: Information für Presse und Sportverbände in der Schule
u 9.30 bis 15 Uhr: Guggenmusikanten, Kinderspielplatz an der Stadthalle u 9.30 Uhr: Start des Marathons, Halbmarathons und Halbmarathon-Walkings u 10 bis 14 Uhr: Kinderschminken und Malwettbewerb am Stand der Schwenninger BKK
u 11 bis 16 Uhr: Massageservice in der Schule
u 12.30 Uhr: Zaubershow und Ballonmodellage u 14.30 Uhr: Start des Bambinilaufs an der Stadthalle
u 14.30 Uhr: Siegerehrung für Marathon und Halbmarathon in der Stadthalle
u 15.30 Uhr: Zielschluss – Sollzeit 6 Stunden