Bösingen (apf). "So einen guten Haushalt haben wir Ihnen noch nicht vorlegen können", sagt Bürgermeister Alfred Weiss dem Bösinger Gemeinderat im Namen der Verwaltung, als die Zahlen für 2013 einstimmig in trockene Tücher gebracht werden.

Die Einnahmen sprudeln. Bereits 2012 konnten Pflichtaufgaben erledigt werden, die erst später vorgesehen waren (wie die Kinderkrippe in Herrenzimmern, die im Januar in Betrieb gehen soll). Und beim Rechnungsabschluss kann ein Plus von etwa 100 000 Euro frohgemut erwartet werden. Eigentlich, so Weiss augenzwinkernd, solle man bei den momentanen Zinsen Schulden machen und keine zurückzahlen.

Das 2013er-Zahlenwerk besitzt im Verwaltungshaushalt, der für die laufende Ausgaben zuständig ist, ein Volumen von 6,675 Millionen Euro. Dies ist eine stattliche Steigerung gegenüber 2012, als "lediglich" 6,1 Millionen Euro eingeplant waren. Mehreinnahmen, beziehungsweise Minderausgaben summieren sich auf 563 000 Euro. Verschweigen werden soll aber auch nicht, dass die Personalkosten um 155 000 Euro steigen werden – hauptsächlich im Kindergartenbereich (71 000 Euro). Aufgrund der Vorgaben von oben ist eine intensivere Betreuung Pflicht.

Überhaupt der Kindergarten. Die Gemeinde finanziert ihn trotz erhöhter Zuschüsse immer noch mit 267 000 Euro. Mittlerweile decken die Elternbeiträge ledig noch 15 Prozent der Kosten, nicht mehr, wie jahrelang üblich, 20 Prozent. Sinkende Kinderzahlen, die Schließung einer Halbtagsgruppe in Herrenzimmern, und die Eröffnung der Kleinkindgruppe sind zwei wichtige Gründe. Dieses Geld, so der Bürgermeister, sei jedoch gut investiert, in die Jugend, in die Zukunft der Gemeinde.

Auch Schulen und Hallen erfahren eine größere personelle Beachtung. Erfreulich für Freunde der Straßenunterhaltung: 15 000 Euro mehr (25 000 Euro statt 10 000 Euro) gibt es in diesem Topf.

Die Zuführungsrate, das erwirtschaftete Geld aus dem Verwaltungshaushalt, das dem Vermögenshaushalt zugute kommt, der für neue Investitionen zuständig ist, beträgt 1,26 Millionen Euro (Weiss: "So viel haben wir noch nie gehabt"). Zum Vergleich: 2011 waren es 391 322,57 Euro. Kein Wunder also, dass sich der Vermögenshaushalt verdoppelt hat (1,885 Millionen Euro statt 915 000 Euro im laufenden Haushaltsplan). Dies alles, ohne neue Schulden zu machen und die Rücklage anzugreifen. Im Gegenteil: 135 000 Euro sollen in die Schatztruhe der Gemeinde kommen und diese von 289 328 auf 424 328 Euro aufstocken (Alfred Weiss: "Das ist einmalig").

Bei den Investitionen sind das Löschfahrzeug der Feuerwehr (Kosten von 290 000 Euro stehen im Plan einem Zuschuss und Geld aus dem Ausgleichstock des Landes von 183 000 Euro gegenüber) und die Kanalsanierung eines kleinen Teils der Grünlinger Straße (300 000 Euro) die auffälligsten Vorhaben.

Und wenn dies alles in einem Jahr Wirklichkeit geworden ist, dann entsteht nicht nur Vorfreude auf das Weihnachtsfest 2013, sondern auch bei einer Tilgung von weiteren 160 000 Euro auf das Unterschreiten einer magischen Schuldengrenze: 500 Euro pro Einwohner. Ein Ziel, dass Bürgermeister und Gemeinderat bereits vor Jahren in düsteren Zeiten angepeilt haben. Derzeit sind es noch knapp 1,8 Millionen Euro und somit 522,77 Euro pro Kopf.