Bösingen-Herrenzimmern - Der türkischen Familie Atici sitzt der Schock noch in den Knochen. Nachdem ein Brand deren Haus unbewohnbar gemacht hat, wollen jetzt Freunde der Familie die Bevölkerung um Spenden bitten.Ein Szenario wie aus einem Horrorfilm. Die 25-jährige Ezgi Atici schläft seelenruhig in ihrem Bett im zweiten Stock eines Hauses an der Bösinger Straße in Herrenzimmern. Ein lautes Zischen weckt die junge Frau plötzlich auf. "Ich dachte, das war der Wind", erklärt Ecgi Atici. Sie schläft wieder ein. Auf einmal gellen am Montagmorgen gegen 1.30 Uhr Schreie durch das Haus. Aticis Großmutter Hatice Atici brüllt: "Es brennt, es brennt." Im Schock will Ecgi Atici ihre Familie in ihr Zimmer retten, da sie hier noch keinen Rauch vermutet. Doch auf einmal­ "kam Rauch aus den Steckdosen und den Wänden", schildert die 25-Jährige. "Wir zogen unsere Schuhe an und rannten nach draußen."

Ecgi Atici sitzt der Schock dieser Nacht noch in den Knochen. Laut Reiner Herrmann, Polizeisprecher in Rottweil, habe ein Gutachter die Trümmer untersucht. Man warte derzeit noch auf ein Ergebnis. Die Feuerwehr, die durch die Nachbarn gerufen wurde, löschte das Feuer. Das Haus ist seither unbewohnbar. "Alles ist nass und stinkt nach Rauch", weiß Ecgi Atici. Auch die Wand im Treppenhaus ist eingerissen.

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Das Leben verdankt die aus der Türkei stammenden Familie Aticis Oma. "Sonst läge meine Leiche vermutlich in meinem Bett", schluchzt die 25-Jährige. Die Großmutter war in der Auffassung aufgewacht, es sei bereits Morgen, da lautstarkes Krachen aus der Scheune kam. Sie dachte, dass Ecgis Vater Oruc Atici den Kachelofen einheize. Nachdem Hatice Atici bemerkte, dass der Ofen kalt war und der Raum sich langsam mit Rauch füllte, schrie sie aus Panik.

In der Nacht zum Montag hat sich die sechsköpfige Familie Atici in einer Asylbewerberwohnung der Gemeinde niederlassen können. Derzeit wohnt die Familie bei Aticis Tante Hanim Yas. Hier teilen sie sich drei Zimmer.

"Wir schlafen zu viert in einem Zweier-Bett", erklärt die 25-Jährige. Da die Eltern von Ecgi Atici derzeit Sozialhilfeempfänger sind und keine Hausratversicherung haben, wollen Freunde der Familie die Bevölkerung um Spenden bitten.

Taner Tümkaya aus Donaueschingen nimmt die Situation besonders mit. Der Freund der Familie erzählt: "Oruc Atici hat alles aufgebaut und gerade angefangen, das Haus zu renovieren." Das Bad sei bereits fertig gewesen und komplett neu hergerichtet. Mahmed Maouch aus Lauffen wurde in der Horrornacht von Ecgi Atici direkt per Handy benachrichtigt. "Ich war dabei. Ecgis Vater gingen all die Jahre in dem Haus durch den Kopf." Vor Ort war auch der Bürgermeister der Gemeinde Bösingen, Alfred Weiss. "Er hat sich sehr um die Familie gekümmert", weiß Maouch.

Daher wünscht sich Kim Ulmschneider aus Rottweil eine Spendenaktion und Hilfe von der Bevölkerung. Ein Spendenkonto sei bereits eingerichtet, so Ulmschneider. Wer der sechsköpfigen Familie Atici eine Spende geben möchte, kann sich unter Telefon 0174/9 48 05  09 oder per E-Mail (mhamed154@hotmail.de) melden.