Bösingen Einfälle des Architekten und Vorgaben von oben vereint

Schwarzwälder-Bote, 20.04.2012 23:00 Uhr

Bösingen-Herrenzimmern (apf). Das Projekt Kleinkindgruppe im Kindergarten in Herrenzimmern nimmt Fahrt auf. Der Bösinger Gemeinderat beschäftigt sich mit den konkreten Ideen von Architekt Thomas Müller (Herrenzimmern), die mit der Kindergartenleitung um Heidi Mauch abgestimmt sind. Geht alles nach Plan, soll die neue Gruppe am 1. Januar 2013 ihren Betrieb aufnehmen.

Als Domizil ist der Raum rechts des Eingangs vorgesehen, etwas abgeschieden vom restlichen Kindergarten. Er wird in etliche Bereiche eingeteilt, ähnlich wie die neue Kleinkindgruppe in Bösingen: Gruppenraum (etwa 30 Qua­dratmeter), Küche und Essmöglichkeiten (etwa 15 Qua­dratmeter) sowie Wickelraum und Liegebereich (etwa 15 Quadratmeter). Hinzu kommen Fenster und ein Weg hin­aus in den Garten.

Die Kosten für den Umbau beziffert der Architekt auf 95 000 Euro. Eine Summe, die beim ersten Nennen Bürgermeister Alfred Weiss nach eigenen Worten beeindruckt hat, sich aber schnell relativiert, als die Zahl 200 000 Euro für ein ähnliches Projekt im Landratsamt die Runde macht.

Obwohl kein Geld im Haushaltsplan eingestellt ist – die Maßnahme war eigentlich erst 2013 vorgesehen –, scheint die Finanzierung keine Probleme zu bereiten. Zuschüsse – einmal bereits avisierte 87 000 Euro und dann noch 20 000 Euro (2000 Euro pro Kind für die zehn Kinder dieser Gruppe bei einem Umbau) – lassen keine Zweifel am Gelingen aufkommen. Auch eine Unterstützung durch den Bauhof bei den Vorbereitungen steht in Aussicht. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien starten und müssen zügig abgeschlossen werden.

Die zwei weiteren Abschnitte des Kindergartenumbaus, die Bürgermeister und Architekt kurz anreißen (Umgestaltung des Eingangsbereichs und der Gruppe zwei mit Galerie und Nebenraum), sollen 2014 im Zusammenhang mit neuen Fenstern im Bösinger Kindergarten in Angriff genommen werden und finanzielle Unterstützung über den Ausgleichstock des Landes erhalten. Bis dahin besteht noch Gelegenheit, über Details der Planung zu reden. So kann sich derzeit Harald Klatt (noch) nicht mit dem geplanten Eck im Eingangsbereich anfreunden. Manches ist aber zum Beispiel durch Vorschriften wie die häufig praktizierte Form der Eingewöhnung nach dem Berliner Modell erforderlich, die Heidi Mauch kurz erklärt. Eltern ihrer kleinen Kleinkinder verlassen eine gewisse Anzahl an Minuten den Raum und kehren bei Bedarf wieder zurück. All dieses kommentiert ein gestandener Bösinger Gemeinderat zu Klatt mit den Worten: "Glück gehabt, dass Du groß geworden bist."

Und Thomas Müller darf sich sicher sein, dass das Lob, das ein Architekt vor Jahrzehnten in Herrenzimmern erhalten hat (Alfred Weiss erinnert sich: "›Ihm ist noch nie nichts eingefallen‹, hat es damals geheißen – allerdings im Sinn von ›eingestürzt‹"), auf ihn ebenfalls zutrifft.

 
 
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