Bösingen Ausgewogener Klang der Kirchenchöre
Schwarzwälder-Bote, 23.07.2012 23:00 Uhr
Die Kirchenchöre aus Herrenzimmern und Dunningen unter der Leitung von Peter Auginski, begleitet vom Streichorchester "Cappella Vivace", singen die "Missa brevis in F" von Joseph Haydn (rechtes Bild). An die Eucharistiefeier schloss sich eine kleine Prozession an. Die Jakobusstatue wurde mitgetragen (links, unteres Bild), und Pfarrer Hermann Barth hielt die Monstranz in seinen Händen (links, oberes Bild). Fotos: BantleFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Martina Bantle Bösingen-Herrenzimmern. Das Patrozinium in Herrenzimmern wurde musikalisch besonders festlich gefeiert. Die Kirchenchöre aus Herrenzimmern und Dunningen sangen unter der Leitung ihres Chorleiters Peter Auginski die "Missa brevis in F" von Joseph Haydn.Begleitet wurden die Sänger vom Streichorchester "Cappella Vivace" unter der Leitung der Konzertmeisterin Heidi Augstein. Solistinnen waren Hildegard Fendt (Sopran 1) und Ursula Munz (Sopran 2). Der Chor hatte einen schönen und in allen Stimmen ausgewogenen Klang. Der sowohl heitere als auch tiefgründige Kompositionsstil der Wiener Klassik wurde adäquat erfasst und wiedergegeben.
Zur Kommunion erklang eine wunderschöne Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart: "Sub tuum praesidium refugimus", das älteste Mariengebet der Liturgie, aus dem dritten Jahrhundert. Das traditionelle Jakobuslied wurde von Peter Auginski für Chor und Orchester bearbeitet und entfaltete einen mächtigen Gesamtklang. Das Streichorchester spielte engagiert und einfühlsam. Besonders hervorzuheben ist der seidige Klang des Ensembles.
Pfarrer Hermann Barth ging in seiner Predigt zunächst auf die bevorstehende Urlaubszeit ein und lenkte dann zum Tagesevangelium über. Er führte aus, dass die Apostel erfüllt und müde zu Jesus zurückkehren und sich nach einer Auszeit sehnen. Diese wird ihnen von Jesus auch gewährt. Und zu diesen Aposteln zählt auch der heilige Jakobus, der Kirchenpatron der Herrenzimmerner Kirche.
Traditionell schloss sich an die Eucharistiefeier eine kleine Prozession durch die Gemeinde an, bei der Pfarrer Barth das Allerheiligste in einer kostbaren gotischen Monstranz durch die Straßen trug. Auch die mit Blumen geschmückte Jakobusstatue wurde von vier Männern mitgetragen.
Während der Prozession wurde eine Litanei gebetet, die Pfarrer Barth vor zwei Jahren, passend zum Patrozinium, zusammengestellt hat. Im Anschluss an die Prozession wurde das Allerheiligste auf dem Altar ausgesetzt. Es folgten vier Betstunden und ein Abschluss mit Segen.
Dass in Herrenzimmern am Patrozinium eine Prozession und Betstunden abgehalten werden, geht auf ein Gelübde zurück, das die Vorfahren nach einem verheerenden Unwetter im August 1748 abgelegt haben.


