Von Stefan Limberger-Andris

Blumberg/Horb. Christian Brinkmann, oberster Eisenbahnbetriebsleiter der Blumberger Wutachtalbahn, zeigte bei den "Horber Schienentagen" auf, wie die Sauschwänzlebahn attraktiver werden könnte. Gleichzeitig gibt es in Blumberg Ärger mit dem Verein WTB, die das rollende Material stellt.

Christian Brinkmann präsentierte einen ganzen Strauß von Ideen, wie man – gemeinsam mit der Stadt Blumberg – die Bahn stärker auslasten könnte. Die Zahl der Fahrtage solle um etwa 25 jährlich erhöht und zugleich die Zahl der jährlichen Zugfahrten um etwa ein Drittel angehoben werden. Dazu gehört auch, dass das Bähnle im September täglich fahren wird. Da der Bahnbetrieb überwiegend von Fixkosten geprägt sei, so sein Kalkül, bedeuten Mehrfahrten nicht proportionale Mehrkosten. Um zugleich die Potentiale besser ausschöpfen zu können, werde das Marketing erheblich verstärkt, so Christian Brinkmann weiter. Etwa ist auch die Ticketbuchbarkeit übers Internet möglich.

Wichtigste Zielgruppe der Wutachtalbahn seien weiterhin die Reisebusunternehmen, die etwa die Hälfte der Kunden ausmachten. Damit diese nicht nur einmal, sondern immer wieder kommen, sollten die Zugfahrten mit Event-Erlebnissen bereichert werden. Christian Brinkmann denkt da etwa daran, dass in Wild-West-Manier ein Zug überfallen werden könnte. Es solle darüber hinaus auch das Merchandising verstärkt werden. Angedacht seien für Kleingruppen Fahrten mit dem Dieseltriebwagen.

Eventuell könnte die gesamte Strecke auch für Transitgüterverkehr oder für Loküberführungen vermarktet werden, so der Eisenbahnbetriebsleiter. Für erstrebenswert werden auch Nikolausfahrten erachtet, die andernorts ständig ausgebucht seien. Dafür müssten aber zunächst die Tunnel saniert werden, denn im Winter hingen dicke Eiszapfen in den Tunnels, die man nicht kurzfristig entfernen könne.

Christian Brinkmann rechnete erst kürzlich einen Investitionsbedarf in den dritten Sanierungsabschnitt (2013/22) der Wutachtalbahn von rund zehn Millionen Euro vor (wir berichteten). Für den 1. Bauabschnitt (2013/16) sind rund 3,343 Millionen Euro vorgesehen. Im ersten Sanierungsabschnitt (1988/97) flossen bereits 7,18 Millionen Euro in die historische Bahn, im zweiten 5,02 Millionen Euro.