
Von Stefan Limberger-Andris
Blumberg. Fasziniert sei er vom Engagement der Schüler. Konrektor Alexander Hermann kann sich über den Zuspruch der seit Schuljahresbeginn laufenden Kurse "Berufswahlkompass" an der Realschule nicht beklagen.
Im September des vergangenen Jahres startete die Realschule Blumberg die "Berufswahlkompass"-Kurse. Seither habe man neben den verschiedenen Modulen auch bereits etliche Firmenbesuche absolviert, erläuterte Alexander Hermann. Der "Berufswahlkompass" ermögliche es den Schülern über die eigentliche Behandlung "Berufswahl" über den Unterricht hinaus aktiv zu werden, umreißt der Konrektor das Konzept. Immerhin seien dies nachmittags zwei Stunden. Es freue ihn ungemein, mit welcher Wissbegier die 71 Neuntklässler, an die das Angebot gerichtet ist, die Kompass-Module annehmen. Häufig seien die Anmeldelisten gerade für Betriebsbesichtigungen, kaum dass sie am Rektorat aushingen, binnen zwei Stunden komplett ausgefüllt. So sei es auch verständlich, dass Angebote wegen der großen Nachfrage bis zu drei Mal aufgelegt werden mussten. Dies zeige doch deutlich, so Alexander Hermann, dass die Schüler die Bedeutung des "Berufswahlkompass" verstanden hätten.
Alexander Hermann entwickelte das Berufswahlkonzept in seiner Zeit als Lehrer an der Donaueschinger Realschule. Nach Modulation auf die Blumberger Gegebenheiten habe die Blumberger Realschule damit zum Schuljahresbeginn 2011/12 starten können. Finanziell mit bis zu 6000 Euro getragen wird die Initiative von der Agentur für Arbeit in Villingen, dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg und dem Bildungsbüro des Landkreises, erläuterte Alexander Hermann. Fachmännische Unterstützung erhält die Schule durch die "Berufliche Bildung gGmbH" (BBQ) aus Villingen.
Die BBQ bot im "Berufswahlkompass" bislang bereits verschiedene Module an, etwa "Kommunikationstraining", "Betriebskommunikation – erfolgreich im Vorstellungsgespräch" und "Online-Bewerbung". Vorgesehen sind noch die weiteren Module "Ich der Verkaufsprofi – Präsentationstechniken", verschiedene Module "Berufsfelderkundungen" und zwei ganztägige "Berufscamps". Ein besonderer Leckerbissen, auf den Alexander Hermann außerordentlich gespannt ist, ist das Modul "Wecke den Knigge in Dir". Blumberger Realschüler werden zeigen, wie gut sie die Benimmregeln des Knigge intus haben – im Aasener Nobelrestaurant "Öschberghof".
Gestern nun besuchten 20 Schüler die Blumberger "Schwarzwaldhof Fleisch- und Wurstwaren GmbH". Nach Besichtigungen bei "Metz Connect" und der Straub Verpackungen GmbH nunmehr die dritte betriebliche Station. In diesem Schuljahr wird monatlich jeweils ein weiterer Betrieb in der Region besucht. Eine alles in allem sinnvolle Geschichte mit praktischem Hintergrund.