Blumberg Regiejagd bleibt Stein des Anstoßes

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Die Stadtverwaltung rechnet trotz der Pachtabsage nicht mit leer stehenden Hochsitzen in den Revieren. Foto: Borris

Blumberg - Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Blumberger Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung die Änderung der bisherigen Jagdrevierstruktur auf der Gemarkung beschlossen. Beschlossen wurde dort mit 19 zu zehn Stimmen unter anderem auch die Einführung von drei Regiejagden. Auslöser dieser Neuordnung ist letztlich der nach Meinung der Forstbetriebsstelle Baar zu hohe Wildbestand. Dies hatte Forsteinrichter Willy Nain Mitte August 2012 im Zuge der Forsteinrichtungsplanung konstatiert (wir berichteten).

Bislang waren auf Blumberger Gemarkung die jagdlich relevanten rund 2000 Hektar Wald und etwa 7000 Hektar Feldflur in ein Dutzend Reviere aufgeteilt. Nun sind es 19, teils räumlich neu zugeschnittene Reviere, davon drei Regiejagden. Zwei der Reviere werden völlig neu geschaffen. Die Regiejagden werden jeweils auf ein Jahr vergeben, die anderen Reviere auf jeweils neun Jahre. Die Regiejagden auf dem Ettenberg auf der Länge, bei Randen nahe dem Wolfental sowie an der Schweizer Grenze bei Fützen (Teile des bisherigen Jagdbogen Fützen II) haben Größen von 80 Hektar, 105 Hektar sowie 130 Hektar.

In Regiejagden wird das Jagdausübungsrecht vom Jagdrechtsinhaber, hier der Stadt Blumberg, nicht verpachtet. Stattdessen wird dieses Recht in eigener "Regie" wahrgenommen. Dies kann selbst oder durch Beauftragte geschehen.

Von den bislang 25 Jaddpächtern akzeptieren 13 die neuen Pachtverträge nicht und geben die Jagd auf Blumberger Gemarkung auf. Und dies, obwohl der bis Dezember 2013 ausgearbeitete und vom Gemeinderat abgesegnete Pachtvertrag in sieben Punkten jüngst geändert worden war. Ein Mitglied des Hegerings hatte Bürgermeister Markus Keller beim Neujahrsempfang hierum gebeten und ein Gespräch geführt.

Hegeringleiter Ekkehard Jeserich unterstrich im Gespräch mit unserer Zeitung, dass seiner Auffassung nach in den Regiejagden kein waidgerechtes und ethisch vertretbares Jagen möglich sei, weil hier nur noch der Abschuss des Wildes zähle. Diese Meinung hätten auch die anderen zwölf Jäger, die den Pachtvertrag nicht unterzeichnen werden.

Der vorgelegte Offene Brief habe eine rein öffentliche Klarstellungsfunktion der Beweggründe der 13 bisherigen Jagdpächter, warum sie auf eine weitere Pacht verzichten, so Ekkehard Jeserich. Keineswegs sei an eine Polarisierung gedacht, auch innerhalb des Hegerings nicht.

Ekkehard Jeserich, der im vergangenen Jahr in die dritte Amtszeit als Leiter des Hegerings Blumberg gewählt worden war, möchte diese Funktion die noch verbleibenden drei Jahre bis 2017 wahrnehmen. Dann werde er allerdings nicht mehr kandidieren. Ebenfalls werde Bernhard Keller als sein Stellvertreter weiter im Amt bleiben.

Sorgen, freiwerdende Jagdreviere nicht mehr verpachtet zu bekommen, scheint es bei der Stadtverwaltung Blumberg indes nicht zu geben. Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy hatte vor Wochen auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, dass bei fehlendem Pachtinteresse der bisherigen Pächter durchaus auswärtige Interessenten vorhanden seien.

Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung des Hegering Blumberg wird am Freitag, 25. April, um 19.30 Uhr in der Achdorfer "Scheffellinde" stattfinden. Anwesend sein wird auch der stellvertretende Kreisjägermeister Reinhold Mayer.

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