Blumberg Nachfolger für Notarzt gesucht

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Sie teilen die Notarzt-Dienste der Woche unter sich auf, der leitende Notarzt Martin Humbach (links) und sein Kollege Rainer Holzke, der sich verpflichtet hat, den Notarztwagen noch bis zu seinem 70. Geburtstag zu fahren. Foto: Baltzer

Blumberg - Die Blumberger Notarztversorung wird sich in zwei Jahren ändern. Der Arzt Rainer Holzke, der bislang die Hauptlast trägt, wird aufhören.

Und der Leitende Notarzt Martin Humbach, der sich mit seinem Kollegen die Dienste an den Wochentagen teilt, macht schon jetzt keine Wochenendienste mehr, weil es ihm nach eigenen Angaben physisch und psychisch zu viel wird. Die Wochenenden übernimmt überwiegend Holzke, hin und wieder unterstützt ihn Christoph Damm.

Im Dezember verpflichtete sich Rainer Holzke wie er sagt gegenüber dem zuständigen Bereichsausschuss, dass er noch bis zu seinem 70. Geburtstag den Notarztwagen in Blumberg fahren werde.

Der Bereichsausschuss bestätigte auf Nachfrage, so der Arzt, würden in Blumberg unter der Woche nur noch er und sein Kollege Martin Humbach den Notarztwagen fahren. Den größten Anteil trage er, sagt Rainer Holzke. Im Jahr komme er auf rund 270 Tage.

Kollege Humbach fahre nur jeden zweiten Tag, und wenn er Zeit habe, bei Fortbildungen oder Urlaub des Kollegen treffe es ihn, Holzke.

Den Notarztdienst für Blumberg organisiert nach eigenen Angaben Holzke selbst. Von den hiesigen Kollegen übernehme sonst keiner Notarztdienste, auch Adalbert Scherzinger, der die Qualifikation habe, nicht mehr, ebenso nicht eine Kollegin, die in Blumberg wohne und am Schwarzwald-Baar-Klinikum arbeite. Einzig Christoph Damm übernehme hin und wieder Dienste. Im Moment seien sie dabei, einen jungen Kollegen aus Blumberg für den Notarztdienst aufzubauen, der am Schwarzwald-Baar-Klinikum arbeite. Dafür würden einige Qualifikationen gefordert wie den Facharzt in Anästhesie, Thorax-Drainagen legen oder Intubations-Narkosen.

Früher habe man den Schein für die Notarzt-Tätigkeit in einem Kurs an vier Wochenende erlangen können, heute werde ein halbes Jahr Kliniktätigkeit verlangt. Rainer Holzke, fühle sich durch die vielen Dienste teilweise auch überfordert. Sein Kollege Martin Humbach kann das nachvollziehen.

Der Notarztstandort Blumberg hat ein großes Einzugsgebiet, das Richtung Donaueschingen, Tuttlingen und Stühlingen reiche, betont der leitende Notarzt Martin Humbach. "In jüngster Zeit waren wir sogar ein paar Mal in der Schweiz", schildert Humbach, der 1989 nach Blumberg kam. Rainer Holzke ist seit 25 Jahren in Blumberg, er mache wenig Urlaub, es könne sein, dass er in zwei Monaten vier bis fünf Wochen rund um die Uhr Notarztdienst leisten müsse.

Dabei müsse man als Arzt in Blumberg auch nach Kirchen-Hausen im Landkreis Tuttlingen, für das die Leitstelle in Tuttlingen zuständig sei, aber Blumberg liege näher als Tuttlingen. Oder sie müssten je nach Situation die Kollegen in Donaueschingen vertreten und auch mal nach Bräunlingen. Kürzlich sei er sogar bis nach Lottstetten gerufen worden, eine Strecke von 45 Kilometer.

Leicht bis zu 600 Einsatzstunden pro Jahr

Pro Tag seien es bei ihm im Schnitt zwei Einsätze, erklärte Rainer Holzke, im Jahr komme er auf gut 500 bis 600 Einsätze. Ein Einsatz dauere mit Anfahrt in der Regel mindestens zwei Stunden. Martin Humbach spricht von im Schnitt einem Einsatz pro Tag. Er habe vergangene Woche zwei Einsätze gehabt, einen in Tuttlingen und einen in Villingen, da seien zwei Stunden gleich weg.

Bürgermeister Markus Keller wisse schon Bescheid, sagte Martin Humbach, er sehe den Bürgermeister regelmäßig bei Vorstandssitzungen des DRK-Ortsvereins Blumberg, dessen Vorsitzender der Bürgermeister ist.

Beim Bereichsausschuss Schwarzwald-Baar hieß es auf Anfrage, das Gremium trage dafür Sorge, dass auch über die unmittelbare Zukunft hinaus "die rettungsdienstliche Versorgung in der Raumschaft Blumberg gesichert bleibt", so der Vorsitzende Klaus Herrmann. Wie die Versorgung ab 2019 und darüber hinaus konkret gestaltet sein werde, könne derzeit noch nicht vollständig abgesehen werden. Wenn niedergelassene Ärzte oder weitere Ärzte vor Ort im Bereich Blumberg weiterhin Notarztdienste übernehmen, werde die bisherige Regelung grundsätzlich weiter bestehen können, unabhängig davon, dass fortlaufend nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht werde. Ziel sei, "dass die rettungsdienstliche Versorgung vor Ort bestmöglich sichergestellt ist." Die Beteiligten und die Akteure vor Ort stehen auch in Kontakt zu einem Mediziner, der sich am Rettungsdienst in Blumberg beteiligen könnte, hieß es zu diesem Thema.

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