Von Stefan Limberger-Andris
Blumberg. Eine zeitliche Verzögerung könne nicht im Sinne Blumbergs sein. Bürgermeister Markus Keller drängt auf eine baldmögliche Planung zur B 27-Ortsumfahrung Zollhaus/Randen. Sollte die Umfahrung Behla überplant werden müssen, könnte dies zur Verzögerung der Blumberg Projekte führen.
Mit Überraschung nahm Markus Keller die Wünsche des Landkreises auf, der bei einem Erörterungstermin Anfang Juli statt der bisherigen Zwei- eine Dreistreifigkeit der B 27-Ortsumfahrung Behla auf insgesamt rund 1,2 Kilometer anregte. Durch einen verlängerten Überholbereich soll der Verkehr sicherer gemacht werden.
Knackpunkt einer direkten Umsetzung dieser Anregung seien die eigenen Planungskapazitäten sowie die Finanzierung durch den Bund, äußerte sich das Regierungspräsidium Freiburg. Der Bund würde eine Dreistreifigkeit wohl nicht finanzieren, weil eine Ausuferung der Kosten über fünf Millionen Euro befürchtet wird. Zudem rechnet das Regierungspräsidium mit einer Prüfung der Landkreisanregung sowie einer Entscheidung über das weitere Vorgehen wohl erst im Herbst.
Das Umwerfen einer Vorplanung für Behla liege nicht im Interesse Blumbergs, äußerte sich Markus Keller auf Anfrage. Diese Maßnahme müsse schnellstmöglich angegangen werden, da der Leidensdruck in Blumberg enorm groß sei.
Erst nach dem Bau der Umfahrung Behla würden die Umfahrungen Randen und Zollhaus angegangen. Dieses bundespolitisch vorgegebene Vorgehen war von Regierungspräsident Julian Würtenberger bei seinem Besuch in Blumberg Ende März nochmals skizziert worden (wir berichteten). Julian Würtenberger hatte betont, dass mit den Planungen der beiden Blumberger Ortsumfahrungen baldmöglichst begonnen werden sollte. Randen solle wegen der einfacheren Planung und des geringeren Konfliktpotenzials zuerst angegangen werden. Für Zollhaus seien drei Varianten zu prüfen, die den Ausgleich mehrere Interessen, etwa der Land- und Forstwirtschaft sowie der Stadt Blumberg, voraussetze. Neben den bisher bekannten Varianten (Westumfahrung Lindenbühl; geständerte Brücke übers Zollhausried) kommt eine weitere hinzu. Geprüft werden wird wohl auch ein B 27-Abzweig am Kreisel parallel zur Strecke der Wutachtalbahn nach Osten mit einer Untertunnelung des dortigen Gewerbegebiets samt Anschluss an den B 27-Randenaufstieg.
Yvonne Guduscheit, Leiterin Planung in der RP-Außenstelle Donaueschingen, bekräftigte, dass die Umfahrungen Zollhaus und Randen im Bundesverkehrswegeplan bis 2015 im "Vordringlichen Bedarf" eingestuft seien, bislang diese B 27-Abschnitte planungsrechtlich allerdings nicht angegangen würden. Zunächst müsse die Maßnahme Behla abgeschlossen sein.