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Blumberg Einspurig gegen Lärm und Raser

Schwarzwälder-Bote, vom 26.08.2011 20:01 Uhr
Ein neues Schild weist jetzt auf die Einspurigkeit vor der Sonnenhofkurve hin (oben links). Straßenbauamtarbeiter legten gestern die Schwellen und stellten die Klappbarken auf (oben rechts und unten links). In der oberen Einfahrt an der Sonnenhofkurve liegen die Hinterlassenschaften vornehmlich Schweizer "Gäste", vieles davon aus einem bekannten eidgenössischen Markt. 
Fotos: Stiller Foto: Schwarzwälder-Bote
Ein neues Schild weist jetzt auf die Einspurigkeit vor der Sonnenhofkurve hin (oben links). Straßenbauamtarbeiter legten gestern die Schwellen und stellten die Klappbarken auf (oben rechts und unten links). In der oberen Einfahrt an der Sonnenhofkurve liegen die Hinterlassenschaften vornehmlich Schweizer "Gäste", vieles davon aus einem bekannten eidgenössischen Markt. Fotos: Stiller Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Achim Stiller

Randen. Schluss mit der Raserei auf der B314. Die Verkehrsbehörde des Landratsamts Schwarzwald-Baar-Kreis hat eine zeitweise Sperrung der zweiten Spur des Randenaufstiegs verfügt. Dies erfolgt erstmals an diesem Wochenende.

Die Maßnahme ist mit der mobilen Verkehrskommission des Innenministerium und dem Regierungspräsidium abgesprochen, wie Steffi Schmid vom Amt für Recht- und Ordnung im Landratsamt gestern Mittag bei einem Vor-Ort-Termin erläuterte. Trotz der Sperrung der Überholspur wird die Polizei weiterhin Kontrollen durchführen. Der ADAC, Motorradclubs sowie Händler, wurden zudem von der Maßnahme informiert.

Sinn und Zweck der Maßnahme sei es, Sicherheit und Ordnung im Verkehr auf dem Streckenabschnitt wieder herzustellen und gleichzeitig für die Raser den Reiz der Strecke zu nehmen, führte die Referentin aus. Das Landratsamt wolle den Anständigen aber nicht den Spaß verderben.

Der Leiter des Straßenbauamtes, Herbert Steidler, beleuchtete die technische Seite. Für rund 11 000 Euro wurden neue Klappbarken angeschafft, die aber auch für andere Einsatzbereiche nutzbar sind, sowie drei Zentimeter hohe Bodenschwellen aus Kunststoff, die im Abstand von 150 Metern auf der gesperrten Überholspur liegen und die illegale Nutzung verhindern sollen. Wer dabei erwischt wird, muss mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Kommt es zudem zu Gefährdungen, geht die Sache strafrechtlich weiter. Die Beschränkung auf ein 750-Meter-Teilstück erhalte zudem die Möglichkeit für die Verkehrsteilnehmer, langsame LKW vor und hinter der Einspurigkeit zu überholen. Zwei bis drei Arbeiter brauchen jeweils rund zwei Stunden für den Auf- und Abbau, so dass pro Wochenende Kosten von jeweils rund 250 Euro entstehen, bestätigte Steidler. Über die Saison gerechnet ein guter vierstelliger Betrag.

Der Leiter des Straßenverkehrsamtes im Landratsamt, Harald Weh, hat ein gutes Gefühl. Der Kick auf der Strecke werde für die Raser genommen. Es sieht sich mit dem Innenministerium eins in der Ansicht, dass die Maßnahme auch ohne permanente Überwachung funktioniert. Blumbergs Bürgermeister Markus Keller ist dankbar für die Maßnahme die zeige, dass die Behörden durchaus schlagkräftig arbeiten können. Keller bedauerte jedoch, dass eine vernünftige Mehrheit der Streckennutzer für etwa zwei Prozent "irrer Motorrad-Raser" in Mitleidenschaft gezogen würden.

Dietmar Schweigler von der Bürgerinitiative Randen begrüßt die Einspur-Regelung als ersten greifbaren Ansatz nach 18 Jahren, in denen das Problem schwelt. Er sei geradezu glücklich, dass die Maßnahme nunmehr vollzogen würde. "Das ist ein riesen Schritt für uns alle." Der Epfenhofener Ortsvorsteher Markus Rösch sieht einen gelungenen Kompromiss. Eine Vollsperrung der Strecke für Motorräder hätte nur eine Verlagerung des Problems bedeutet.

Ein solches Ausweichen auf den Randenaufstieg der B27 befürchtet Eberhard Meltzer nicht. Wenn sich diese Straßenbereich als Rennstrecke angeboten hätte, wäre er schon längst als solche genutzt worden, sagte der Leiter der Verkehrspolizei in der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen, der die Wochenend-Regelung ebenfalls begrüßt. Sein Schaffhauser Kollege Martin Tanner verwies trotz allem auf möglichst viele Kontrollen als beste Prävention und harte Bestrafung als Abschreckung.

Kommentar

Von Achim Stiller

Es ist bitter, wenn die Mehrheit darunter leiden muss, weil sich eine kleine Minderheit nicht beherrschen kann. Der Randenaufstieg der B314 ist ein gutes Beispiel dafür. Rücksichtslosigkeit von wenigen Motorradfahrern, die die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern und das Ruhebedürfnis der Anwohner am Randen schlichtweg ignorieren, führte jetzt zur Wochenend-Einspur-Regelung auf der Streckenabschnitt. Die Randener wird’s freuen, haben sie doch endlich die lang ersehnte und verdiente Ruhe. Jedoch kostet die Maßnahme die Allgemeinheit viel Geld, führt aber bei den Verursachern aus Deutschland und der Schweiz dennoch nicht zum Umdenken. Daher bleibt nach wie vor die Forderung nach härteren Strafen. Der Schaffhauser Polizeichef bringt es auf den Punkt: Rasen muss den Führerschein kosten und im Geldbeutel richtig weh tun!

u Gesperrt wird die Überholspur der B314 auf einer Länge von rund 750 Meter im Bereich der "Sonnenhofkurve", für die Wochenend-Raser das Herzstück auf der von ihnen zur Rennstrecke umfunktionierten Bundesstraße.

u Die Sperrung gilt immer übers Wochenende, stets von Freitagmittag, 12 Uhr, bis zum folgenden Montag, 8 Uhr, und zwar zunächst bis Ende Oktober. Danach werden sich die Behördenvertreter, die Polizei, Stadt und Anwohnervertreter zusammensetzen und beraten, ob die Maßnahmen in der folgenden Motorradsaison wiederholt werden soll

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