Blumberg - In einer kurzweiligen Feierstunde wurde gestern Abend der Rektor der Werkrealschule, Robert Bornhäuser, in den Ruhestand verabschiedet.

Viele waren gekommen, die Familie, der Bürgermeister, Rektorenkollegen, Stadträte, Weggefährten, früher Schüler und Freunde. Sie alle wurden elegant und charmant begrüßt von Wolfgang Tscholl, dem dienstältesten Mitglied des Kollegiums, in Vertretung für den erkrankten Konrektor Rolf Bäurer, nachdem die beiden Neuntklässlerinnen Michaela Greitmann und Laura Pfeiffer auf den Querflöten ein musikalische Intro gestaltet hatten. Zur musikalischen Umrahmung trugen zudem der mit Lehrern verstärkte Schulchor unter der Leitung von Britta Sosinski bei, wie auch das Flötenduo Julia Ringwald und Gina Jakob.

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Schulrätin Katharina Hirt skizzierte in kurzen Worten den beruflichen Werdegang Bornhäusers und verdeutlichte das breite Aufgabenfeld eines Rektors, vom Primus inter Pares, also dem Ersten unter Gleichen, über die Galionsfigur, den Manager, bis zum Vorgesetzten. Dies sei keine leichte Aufgabe in einer Schulform, die einem stetigen Wandel unterzogen sei. Hirt hob das Engagement Bornhäusers bei der Integration ausländischer Mitbürger hervor und den Aufbau eines großen Netzwerks in Industrie, Handwerk und bei Institutionen, was den Schülern stark zugute komme.

Bürgermeister Markus Keller wertete die knapp 25 Jahre als Rektor in Blumberg als eine gelebte Liebeserklärung für Blumberg und die Scheffelschule. Er habe Bornhäuser als fairen, offenen und kooperativen Menschen kennengelernt und engagiert in vielen Bereichen, von der Schule, über die Feuerwehr bis zum Ungarnverein.

Der geschäftsführende Rektor der Blumberger Schulen, Stefan Sosinski, zitierte ein Lied, das bei der 750-Jahr-Feier der Stadt gesungen worden war, »Aufstehen, aufeinander zugehen....« Dies treffe auf den scheidenden Rektor zu. Er kenne sich in Rechtsfragen bestens aus, sei stets ein guter Ratgeber gewesen sowie im Gremium der Rektoren ein Brückenbauer. Allerdings könne er auch schnell auf 180 kommen, wenn ihm etwas gegen den Strich gehe.

Der Gesamtelternbeiratsvorsitzende Martin Kusch dankte für vertrauensvolle Zusammenarbeit, wie auch Schülersprecher Darko Pavlovic, der Bornhäuser einen mit einem Mosaik belegten Hocker schenkte als Symbol dafür, dass Schüler einerseits gleich und dennoch alle unterschiedlich seien.

Ein Schwarzlichttanz der Show-AG sorgte für flotte Bewegung zwischen den vielen Reden.

Grußworte sprachen für die Caritas (Schulsozialarbeit) Michael Stöffelmaier, Kathi Werner für den Personalrat, der Rektor der gewerblichen Schulen Donaueschingen, Gerhard Gaiser, für die christlichen Konfessionen in Blumberg Pfarrer Karlheinz Brandl sowie für die Feuerwehr Gesamtkommandant Reinhold Engesser. Er schilderte, wie vor Jahren aus einer Spaßgruppe bekannter Blumberger bei der Wehr zwei dabei blieben, Guido Palazzari und eben Robert Bornhäuser, der schließlich die nicht einfache Aufgabe des Feuerwehrseelsorgers übernahm.

Für das Lehrerkollegium sprach Matthis Fischer. Er kennzeichnetet den scheidenden Rektor als geradlinig und sehr zuverlässig sowie als Führungspersönlichkeit, die sich ins Kollegium einreihte und stets versucht habe, bei Entscheidungen alle mitzunehmen. Dieses Prinzip habe er stimmig vorgelebt.

Die Theater und Show-AG der Schule fasste die Anerkennung der Schülerschaft in Ausführungen mit Tiefgang zu den einzelnen Buchstaben des Satzes »WIR SAGEN DANKE«.

Apropos Dank. In den war stets auch Bornhäusers Egefrau Gisela einbezogen, die sich bei all den Geschenken für ihren Mann über zahlreiche Blumensträuße freuen durfte.

Zwei verschiedene Reden habe er vorbereitet, sagte zum Abschluss Robert Bornhäuser, jedoch legte er diese weg, um seinen Gefühlen freien Lauf lassen zu können. All jene, die gesprochen hatten, hätten ihn damit beschenkt, sagte er und ging auf alle jeweils mit kurzen Worten ein. Er verstehe sich als Teamplayer und habe die Vorgabe eines väterlichen Freundes einst zu seiner Ernennung in Blumberg sehr ernst genommen. Der hatte ihm geschrieben: »Du hast jetzt in den nächsten Jahren in Blumberg zu dienen!« Sein gutes Verständnis innerhalb des Kollegiums erklärt er auch mit seiner Devise: »Ich bin für alles zu haben.« Dabei skizzierte er das Lehrerteam der Scheffelschule als engagiert und kritisch-konstruktiv. Man habe viel miteinander bewegt, etwa den Schritt zur Werkrealschule. Diese sei bislang sehr gut gelaufen. Wie’s weitergehe, sei offen. Seinem Nachfolger Sven Schuh bot er, wenn gewünscht, den Ratschlag an. Nunmehr aber werde er den Arbeitgeber wechseln und künftig für »Dätsch mer net« arbeiten, schloss Bornhäuser mit Augenzwinkern.

Ein Stehempfang, zu dem die Stadt eingeladen hatte, rundete die Veranstaltung ab.