Blumberg Die Schuldenfalle steht weit offen

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Sie standen gestern Rede und Antwort beim Workeshop zum Thema Geld, Konsum und Budget an der Scheffelschule. Von links: Natalie Bernhardt, Matthias Fischer, Stefanie Selig, Phillip Rothmundt, Anna Lena Bumiller, Emenie Kasik, Günther Winterhalter und Martin Böhm. Foto: Stiller Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Achim Stiller Blumberg. Die Schuldenfalle schnappt zu, immer öfter bei jungen Menschen, und es kommt eben nicht der Retter aus dem Privat-TV mit dem maßgeschneiderten Plan. An der Scheffelschule fand gestern der erste Workshop zum Thema "Konsum geplant – Budget im Griff" statt.

Gemeinsam mit insgesamt 65 Schülerinnen und Schülern zweier neunter und einer zehnten Klasse bearbeitete die Referentin der Stiftung "Deutschland im Plus", Natalie Bernhardt, den ganzen Vormittag lang den Themenkreis. Beginnend beim schnell mal Geld leihen fürs Pausengetränk, über Handyverträge, bis zu verlockenden Internetangeboten, erfuhren die Mädchen und Jungen die möglichen Wege in die Schuldenfalle. Sie erarbeiteten, wie mit klugem Handeln vorgebeugt werden kann. Etwa mit dem eigenen Taschengeld-Budget oder auch bei Finanzierungszielen, vom Computerspiel, über die Klassenfahrt, bis zum Führerschein und dem eigenen Auto. Eine Broschüre der Stiftung mit dem Titel "Konsum geplant – Budget im Griff" hilft dabei.

Der Workshop, auch mit Rollenspielen, bereitete den Beteiligten Spaß und hinterließ Eindruck. Vor allem die Erkenntnis, wie schnell die Grenzen zur Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit überschritten werden können und welche lang anhaltenden Folgen dies hat. Fast alle kennen Schulkolleginnen oder -kollegen, die sich Geld leihen oder gar schon in der Schuldenfalle sitzen. Dabei gehen Freundschaften zu Bruch und es kommt sogar bis zur Handgreiflichkeiten, bestätigte Lehrer Matthias Fischer, der das Projekt seitens der Scheffelschule begleitet. Referentin Natalie Behrendt bestätigt dann auch, dass zunehmend junge Menschen unrealistische Vorstellungen von tatsächlich verfügbaren eigenen Finanzmitteln gegenüber dem gewünschten Konsum haben. Im Bundesgebiet seien mittlerweile rund 23,5 Prozent der 18- bis 25-Jährigen überschuldet.

Entsprechend setzt die Arbeit der Stiftung "Deutschland im Plus" früher an, zum Teil schon in Kindergärten, wo mit Eltern über das sinnvolle Heranführen von Kindern an den Umgang mit Geld gearbeitet wird. Die Fortsetzung erfolgt in den Schulen mit dem von der UN ausgezeichneten Modell "Konsum geplant – Budget im Griff".

Für ihr Geschäftsgebiet hat die Volksbank eG Schwarzwald Baar Hegau die Umsetzung mit einer Spende in Höhe von 5000 Euro möglich gemacht. Der Blumberger Filialleiter Günther Winterhalter sieht ebenso wie der Leiter Regionalmarkt Donaueschingen, Martin Böhm, in der Aktion mit hohem Praxisbezug eine gute Chance für die Jugendlichen, den Umgang mit Geld zu trainieren und Fehler beim Start in die eigene Verantwortung zu vermeiden. Wie die meisten Geldhäuser bietet auch die Volksbank daher entsprechende Schülerkonten an, die nicht überzogen werden können. Den Bankfachleuten liegen dennoch immer wieder Fälle von Überschuldungen bei jungen Menschen vor, zumeist aus wesentlich einfacher zugänglichen Finanzierungsbereichen.

Matthias Fischer bewertet solche externen Angebote, ergänzend zum Unterricht, als sehr wertvoll, vor allem, weil externe Fachleute bei den Schülerinnen und Schülern noch mehr Aufmerksamkeit erreichen als die ständig präsenten Lehrer. Fischer fände es gut, wenn das Thema Umgang mit Geld fest in den Unterricht installiert werden könnte. Schließlich kämen jährlich neue Schüler.

Für die Klassen neun und zehn der Realschule findet der Workshop am Donnerstag, 28. Februar statt.

Weitere Informationen: www.deutschland-im-plus.de

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