Von Achim Stiller

Blumberg. Gute Architektur kostet etwas mehr, sagte Alexander Wendlik als Erläuterung dafür, dass sein Entwurf für das Verwaltungs- und Bürgerzentrum am und auf dem Feuerwehrgerätehaus einschließlich einer energetischen Sanierung nach seinen Kostenermittlungen rund 600 000 Euro über dem geplanten Ansatz liegt.

Was der Architekt und Geschäftsführer der des Architekturbüros Coast, Villingen und Stuttgart, als Sieger eines kleinen Wettbewerbs vorgelegt hatte, stieß unabhängig von den Kosten auf breite Anerkennung. Die Vorgabe, unter Einbeziehung des Feuerwehrgerätehauses dennoch ein eigenständig wirkendes Objekt zu schaffen, in Korrespondenz zur Stadthalle, hatte der Planer nach Meinung der Stadträte und der Verwaltung erstklassig umgesetzt. An und über den um eine Sektion erweiterten Garagenteil des Feuerwehrgerätehauses setzt er einen ebenerdigen Eingangsbereich mit Garderobe. Ein Treppenaufgang und ein Aufzug führen nach oben in ein Foyer, das wiederum in einen großen Bürgersaal mündet. Ans Foyer angegliedert sind Funktionsräume sowie ein weiterer, kleinerer Tagungsraum. Durchgängig ist der An- und Aufbau in Beton und viel Glas gehalten, was die Räume offen und hell wirken lässt.

Was diese Planung gegenüber dem Ansatz so viel teurer macht, sind rund 1000 Kubikmeter mehr umbauter Raum und die Tatsache, dass die bisherige Kostenannahme aus dem Jahr 2008 stammt. Ein Bürgerzentrum mit diesen Funktionsanforderungen brauche aber einen gewissen Raum, rechtfertigt der Planer.

Bürgermeister und Räte waren beeindruckt. Markus Keller: Das Nutzumngskonzept und die Architektur haben ihn überzeugt. Der Bau sollte kommen, sonst blutet der Bereich dort hinten aus. Michael Walter: Ich bin begeistert und fasziniert. Bislang habe Blumberg bei Umbauten stets nichts Halbes und nichts Ganzes geschafft. Mit diesem Gebäude könne aber für Blumberg geworben werden. Hermann Zorbach:. Die Anforderungen wurden optimal umgesetzt. Rainer Gradinger: Ein Zweckbau wurde mit einem repräsentativen Anbau verbunden. Erich Scherzinger: Sehr gelungen, wenn aber die Kosten so hoch bleiben, kann die UBB nicht zustimmen. Es ging in der Diskussion zum Teil um Details und Variationen, vom Glasanteil mit hohen Reinigungskosten (Christoph Rösch), über die Einbeziehung eines Heimatmuseums (Horst Fürderer), bis zum eigenständigen Bau (Dieter Selig).

Die Bedenken im Ratsrund angesichts der möglichen Mehrkosten veranlasste schließlich Thomas Pfeiffer dazu, seine Ratskollegen aufzurufen, mit Mut voranzugehen und mit dem nötigen Selbstbewusstsein das Projekt, mit dem sich die Stadt nach außen präsentieren will, gegenüber der Öffentlichkeit zu vertreten.

Bürgermeister Keller möchte sehr zeitnah belastbare Zahlen auf dem Tisch haben, damit über das Projekt im Rat weiter beraten werden könne.