Blumberg Bürger sollen ihre Stadt mitgestalten

Schwarzwälder-Bote, 11.07.2012 02:30 Uhr

Von Achim Stiller

Blumberg. Bürgerbeteiligung, Interaktion, bürgerschaftliches Engagement und Kreativschmiede, das sind Begriffe, die in Blumberg mit Leben erfüllt werden sollen. Im Vorfeld der Vorstellung des Haushaltsbefragung am Donnerstag, 19. Juli, 19 Uhr in der Stadthalle, erläuterte Bürgermeister Markus Keller, wie die Bürger stärker eingebunden werden können.

Hauptamtsleiterin Nicole Zendler und die Leiterin des Bereichs Wirtschaft,Tourismus, Marketing, Alexandra Scherer, vervollständigten die Runde im Rathaus. Die Befragung über 4700 Haushalte hatte einen Rücklauf von rund 730 Bogen, beziehungsweise 18 Prozent ergeben. Das ist nicht nur ein ausgezeichneter Wert. Auch die Inhalte bargen so manche Überraschung, wie Bürgermeister Keller ansatzweise durchblicken ließ.

Keller, Zendler und Scherer hoffen auf starken Zuspruch bei der Vorstellung am Donnerstagabend, denn Ziel der Veranstaltung ist es auch, Bürger zum Engagement in verschiedenen Bereichen zu bewegen, zumal eine Vielzahl interessanter Vorschläge eingegangen sind. Die Botschaft dazu ist klar: brachliegendes Potenzial bei den Bürgern nutzen und damit auch deren Identifikation mit ihrer Stadt steigern.

Entsprechend ist der Abend angelegt, der vom Sozialdezernenten des Landratsamtes Konstanz, Johannes Fuchs, moderiert wird. Vertreter der Stadtentwicklungsgesellschaft, die die Umfrage ausgearbeitet hatte, werden die Inhalte in Wort und Bildern vorstellen. Das aber, so Markus Keller, soll kein zweistündiger, erschlagender Vortrag werden. Die Ergebnisse sollen Grundlage zu Gedankenaustausch und Diskussion sein, mit einem interaktiven Aspekt. Das heißt, wer sich in einem Themenbereich, etwa der Seniorenarbeit, oder einem Projekt, zum Beispiel der Freibadsanierung, beteiligen möchte, kann dies tun. Am Veranstaltungsabend wird eine Sammelurne aufgestellt für Coupons, auf denen sich Bürger mit Beteiligungsinteressen eintragen können. Aber auch nach der Veranstaltung ist es möglich, sich zu melden, zumal die Befragungsergebnisse auf der städtischen Homepage in Gänze dargestellt werden. Die Interessentenanmeldungen werden gesammelt und sollen im Rahmen einer Kreativschmiede in entsprechende Workshops münden, die Umsetzungsvorschläge erarbeiten. Dass solch projektbezogenes Arbeiten lohnt, hatte sich erst jüngst gezeigt, als der Arbeitskreis Friedhof, zusammengestellt aus Mitgliedern der Verwaltung, des Gemeinderates und interessierten Bürgern, die Grundlage für das künftige Vorgehen erarbeitet hatten.

Die letztendliche Entscheidung bleibt beim Gemeinderat, nur sehen viele Bürger dieses Gremium alleine nicht als ausreichend an, die Meinungen und Wünsche von rund 10 000 Bürger wiederzugeben. Auch dies eine Erkenntnis aus der Befragung.

Wenn die Schlagzahl der städtischen Entwicklung beibehalten werden soll, gehe dies nur im Zusammenwirken und unter Mithilfe der Bürger, sagt Markus Keller. Er, wie auch Nicole Zendler stellen aber auch klar, dass die Befragung und die Vorstellung am Donnerstag kein Wunschkonzert werden. Die Grenzen des praktisch und finanziell machbaren werden natürlich eine Rolle spielen. Ein Auftrag aber schon, etwa wenn es um eine verbesserte Integration von rund 400 Neubürgern jährlich geht.

 
 
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