Von Achim Stiller

Blumberg. Es ist Winter, so richtig Winter. Wenn’s draußen kalt ist, dann sehnen sich die Menschen nach Sonne und Wärme. Für die Reisebüros bedeutet dies Hochkonjunktur. Die politischen Krisengebiete haben dabei durchaus ihre Auswirkungen, wie Reinhold Strecker von der gleichnamigen Reiseagentur bestätigt.

Ägypten gilt in der Reisebranche als gutes Winterziel aufgrund der auch im Winter hohen Temperaturen dort. Doch die Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der Moslembrüder und der Opposition zeigen Wirkung, die Buchungen sind eher verhalten. Es ist 50:50, sagt Reinhold Strecker. Es gebe Leute, für die scheide Ägypten von vorne herein aus, die andere Hälfte buche dort, komme was wolle. Dazwischen sei kaum etwas. Von jenen, die in den vergangenen Monaten dort waren, seien durchweg positive Rückmeldungen gekommen, bestätigt Strecker. Von Krise sei in den Touristengebieten am Roten Meer nichts zu spüren. Eher noch führten die allgemeinen Buchungsrückgänge dort dazu, dass in den Hotels noch mehr auf Service geachtet werde und, so eine fast durchgängige Rückmeldung, durch die geringeren Belegungen gebe es keine Kämpfe um Liegestühle an Pool und Strand.

Die Auseinandersetzungen in Ägypten konzentrieren sich vornehmlich auf die Zentren. Dem zur Folge meiden die Veranstalter manche Bereiche, etwa das Ägyptische Museum in Kairo, das in unmittelbarer Nähe zum Tahir-Platz liegt, wo fast täglich demonstriert wird. Aber auch Kreuzfahrten auf dem Nil verzeichnen starke Buchungsrückgänge.

Auch die nordafrikanischen Länder Tunesien oder Marokko, einst Buchungsrenner und Ziele mit großen Hotelkapazitäten, kommen aus den Buchungstiefs nicht heraus. Für die Reiseagenturen waren das früher sichere Buchungsbanken, sagt Reinhold Strecker.

Wie sieht es mit Griechenland aus? Nicht gut, sagt der Reisefachmann. Die Kunden seien extrem zurückhaltend, selbst dann, wenn die Reiseveranstalter Preisaktionen anbieten. Solche würden spürbar im Sande verlaufen. Dabei sei aber die Sorge, in den griechischen Touristengebieten weniger Service oder unfreundliche Behandlung zu erfahren, nach Rückmeldungen von Kunden gänzlich unbegründet, sagt Strecker.

Wo also fahren die Leute hin, wenn sie Eis und Schnee entfliehen wollen? Hauptsächlich auf die Kanaren, so der Blumberger Reisevermittler. Die Inseln ziehen nach wie vor mit ihrer stabil warmen Witterung zum Relaxen und Baden. Mit seinem milden Klima punktet auch Madeira. Hinzu kommen Kreuzfahrten, im Winter vornehmlich in die Karibik oder auch in den orientalischen Bereich, bevorzugt Dubai.

Fernreisen liegen wesentlich weniger im Trend. Der Boom aus früheren Jahren hat nachgelassen. Ein Grund dafür ist für Reinhold Strecker ein erkennbarer Rückgang der Urlaubslängen. Seien früher in der Regel drei Wochen angesetzt worden, gingen die Buchungen immer mehr auf zwei oder eine Woche zurück. Wenn aber Flüge von zehn bis 16 Stunden anstehen, um in asiatische Länder zu kommen, dann sind zwei Wochen schon ein wenig kurz. Entsprechend schauen sich die Kunden vermehrt nach Zielen auf den Mittelstrecken um, mit drei bis fünf Stunden Flugzeit.

Wie läuft das Buchungsgeschäft überhaupt derzeit. Wenn es kalt wird ohnehin gut, sagt Strecker. Der große Run auf die zum Teil sehr kräftigen Frühbucherrabatte für den Sommerurlaub beginne aber etwa ab Dreikönig. Erkennbar sei ein Trend entweder ganz früh oder sehr kurzfristig zu buchen. In der Regel seien es dann zehn bis 14 Tage vorher. Die Nachfragen nach ganz kurzfristigen Buchungen nähmen im Winter aber zu. Wintersportreisen sind das übrigens nur selten. Dafür liege Blumberg zu nahe an den Skigebieten, erklärt der Reisefachmann.

Kurz vor Weihnachten gibt es in der Regel eine Buchungspause. Alexandra und Reinhold Strecker nutzen diese für ihren Urlaub. Wohin geht’s? Natürlich in die Wärme, genauer gesagt zwei Wochen in die Karibik, wobei mit Hotel- und Schiffsbesichtigungen aber auch ein wenig Arbeit dabei sein wird.