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Blumberg Aktion gegen Motorradraserei

Redaktion Blumberg, vom 11.07.2011 05:02 Uhr
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Polizeikontrolle gegen Motorradraserei am Randenkreuz. Temposünder waren vornehmlich Schweizer, die von der Polizei aufgenommen wurden.Foto: Bombardi  Foto: SB
Polizeikontrolle gegen Motorradraserei am Randenkreuz. Temposünder waren vornehmlich Schweizer, die von der Polizei aufgenommen wurden.Foto: Bombardi Foto: SB
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Blumberg -Eine deutsch-schweizer Aktion gegen die Motorradraserei auf der B314 gab es am Sonntagmorgen am Randenkreuz.

Vier Mitglieder der Schaffhauser Verkehrspolizei und zehn von der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen trafen sich am Randenkreuz. Eine groß angelegte mobile und stationäre Geschwindigkeitskontrolle hatte zum Ziel, den Temporausch diverser Motorradfahrer auf dem Randenaufstieg zu bremsen. Im Einsatz waren neben Motorradfahrern beider Länder auch ein Videofahrzeug und eine stationäre Messanlage des Landratsamtes. Die Verkehrskontrolle war ein weiterer Beleg der intakten Zusammenarbeit beider Länder.
 
Die Kontrolle war kaum fünf Minuten in Betrieb, als der erste Verkehrssünder geblitzt wurde, ein Schweizer Motorradfahrer. 107 Stundenkilometer anstatt der erlaubten 60 hatte er auf dem Tacho. Das Bußgeld betrug am Ende 340 Euro –– ein Schnäppchen im Vergleich zur Schweiz. Dort wäre er mit 1.500 Euro Strafe und dem Entzug des Fahrausweises dabei gewesen. Ein generelles Problem tat sich gleich bei diesem ersten Fall auf: Der Verkehrssünder wird nach deutschem Recht bestraft, der Entzug der Fahrerlaubnis ist nicht möglich.

Schweizer kommen glimpflich davon

Eine Harmonisierung der Verkehrsstraftaten oder des Bußgeldkatalogs in ganz Europa würde Polizeikommissar Eberhard Meltzer von der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen begrüßen. Dennoch hält er den deutschen Bußgeldkatalog mit seinem Flensburger Punktesystem grundsätzlich für gut. Die Bußen seien in der Regel so gehalten, dass sie den Fahrzeughalter ermahnen, sich an die Geschwindigkeit zu halten. Wer außerorts schneller als 40 Stundenkilometer und innerorts mehr als 30 Stundenkilometer über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit fährt, handelt vorsätzlich und hat den Führerschein weg.

Gestern Morgen überschritten alleine innerhalb der ersten Stunde noch sieben weitere Motorräder die Höchstgeschwindigkeit, überwiegend Schweizer.

Aufmerksamer Beobachter der Kontrolle war Dietmar Schweigler. Der Stadtrat ist einer von 114 weiteren Randener Bürgern, die unter dem Verkehrslärm der Raserei leiden. »Es ist ernüchternd wenn die Polizei sagt, mehr Möglichkeiten habe sie nicht, es bedürfe einer politischen Lösung«, gab der Randener und Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Motorradraserei seiner Enttäuschung Ausdruck. Fützens Ortsvorsteher Ewald Gut war auf dem Trike gekommen und bestätigte, dass die Raserei auch auf dem Streckenabschnitt entlang seines Ortsteils weitergehe.

Bis 13 Uhr dauerte die bi-nationale Kontrolle, wobei nach der ersten Stunde die Zahl der Biker spürbar abnahm. Offenbar zeigten die internen Warnketten der Szene Wirkung. Kaum aber war die Kontrolle abgebaut, wurde am Randen wieder hemmungslos gerast. Der Regenschauer brachte auch nur eine kurzzeitige Pause.

Polizeihauptkommissar Meltzer sieht 98 Prozent der Motorradfahrer als vernünftige Verkehrsteilnehmer: »Es wäre schade, wenn zwei Prozent uns dazu zwingen würden, drastischere Maßnahmen zu ergreifen«. Eine Verkehrsschau des Innenministeriums schloss bauliche Maßnahmen am Randenaufstieg aus. Folglich bliebe noch die Sperrung eines Fahrstreifens für den Zweiradverkehr oder die komplette Sperrung des Randenaufstiegs für Motorradfahrer als Alternativen.

Zum ersten Mal im Einsatz war der Einseitensensor. Das Lasermessgerät wurde auf dem Parkplatz am Sonnenhof von Einsatzleiter Karl Strobel betrieben, der Tempoüberschreitungen umgehend an den Einsatzwagen am Randenaufstieg übermittelte.

 

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