Blumberg - Für 240 Gäste war gestuhlt, 180 Anmeldungen lagen vor, gut 200 Gäste kamen zum ersten Wirtschaftstag in Blumberg. Ein durchaus gelungener Abend mit dem Tenor, dass es eine Fortsetzung geben sollte.
Blumberg 1. Wirtschaftstag: mehr davon!
Von Achim Stiller, 27.04.2012 23:46 Uhr
Dem steht Bürgermeister Markus Keller sehr aufgeschlossen gegenüber. Er war begeistert von der Resonanz. Diese Veranstaltung aufzulegen, sei genau die richtige Entscheidung gewesen. Alles habe gepasst, vom Impulsreferat bis zum persönlichen Austausch in geselliger Runde danach. Das unterstrich auch der Vize-Präsident der Industrie- und Handelskammer Steffen Würth. »Eine gute Geschichte, eine klasse Resonanz. Es zeigt sich, dass die hiesige Wirtschaft Bedarf hat Netzwerke aufzubauen.« Wenn dieses Instrument Wirtschaftstag nicht überbeansprucht werde, habe es eine Zukunft, so Würth, auch Geschäftsführer von Straub Verpackungen.
Keller und Würth hatten die Gäste eingangs begrüßt. Das Profil des Wirtschaftsstandortes Blumberg sei in den vergangenen Jahren etwas untergegangen, sagte der Bürgermeister, obwohl starke Unternehmen am Ort seien sowie leistungsfähige kleine und mittelständische Unternehmen. Im Tourismus sei einiges gegangen nunmehr seien aber auch strukturelle Änderungen zur Stärkung der Wirtschaftsförderung vorgenommen worden, etwa mit der Bildung des Bereichs Wirtschaft Marketing Tourismus unter der Leitung von Alexandra Scherer. Verbesserungen am Standort würden angestrebt, etwa noch schnellere Breitbandverbindung, so Keller.
Die IHK begrüße die Veranstaltungen in Blumberg, auch um den gut gelegenen und leistungsfähigen Standort stärker zu präsentieren. Er unterlegte dies mit Zahlen. 54 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Blumberg seien in den Industriebetrieben beschäftigt. 16 der insgesamt 376 IHK-Mitgliedsbetriebe in der Stadt bilden rund 110 junge Menschen aus. Vor dem Hintergrund einer derzeit gesamt guten wirtschaftlichen Lage sieht Steffen Würth sehr viel Potenzial in der Region.
Mann des Abends war der Deutschamerikaner Tim Cole, seit längerer Zeit schon ist der Journalist und Buchautor eine der führenden Stimmen der digitalen Wirtschaft. Ein Vortrag, der scharf analysierte, Visionen aufzeigte, in seiner Darstellung dennoch gut verständlich auch für den Laien blieb und mit einer guten Portion feinem Humor gewürzt war. Die Botschaft des Vaters des Internets, Vinton Cerf, stellte er an den Kopf seiner Ausführungen: »Vernetzung bedeutet Veränderung«. Das Internet bedeute eine globale Transparenz des Angebots wie auch der Preise sowie einen direkten Draht zum Anbieter, der auch direkte Kommunikation zwischen Kunden und Anbieter ermögliche und als Notwendigkeit vorgebe. Der Wettbewerb hat sich dem zur Folge verändert. Nicht mehr der Anbieter, sondern die Abnehmer von Waren und Dienstleistungen sind die treibenden Kräfte.
War der Hoflieferant einstmals so erfolgreich, weil er die Wünsche seiner illustren Kundschaft bestens kannte, zieht dieses Prinzip auch heute. Wer in einem digitalisierten Markt erfolgreich sein möchte, muss seine Kundschaft kennen, muss so viel Information über die Kunden haben, wie er nur kriegen kann und entsprechende Kanäle nutzen, etwa die Sozialen Netzwerke. Facebook, Twitter und Co. sind demnach unabdingbar und »Social Shopping« nicht nur ein Trend, sondern die Lebenseinstellung einer heranwachsenden Generation und Kundschaft, so Cole.
Wie die Industrie, in diesem Falle Straub-Verpackungen, vom zunehmenden Online-Handel indirekt profitiert, zeigte Dietmar Blessing in einem »Best-Practice-Beispiel« auf.



