"Herr Keller, Ihr Geld liegt für Sie bereit", ruft mit jeden Morgen eine Betreffzeile in meinem E-Mail-Postfach entgegen, sobald der Computer hochgefahren ist. Dazu muss ich anmerken, dass ich weder Keller heiße noch ein Herr bin. Doch ich habe es bislang versäumt, den fleißigen Absender - immerhin teilt er mir das seit etwa einem Jahr dreimal täglich mit - davon zu unterrichten. Denn bei ihm handelt es sich um einen klaren Fall von Spam.

Bei diesen drei Mails pro Tag bleibt es leider nicht - und das, obwohl wir hier bereits über einen gut funktionierenden Filter verfügen. Auch vermeintlich lukrative Jobangebote schaffen es regelmäßig, diesen zu überlisten. Zum Beispiel: "Mühelos bis 8.000 € pro Monat verdienen!" Wow, was für ein Traum! Die Bedingungen sind denkbar einfach, wie ich weiter lese: "Unsere Firma schickt auf Ihr Konto eine Überweisung in Höhe von 8.000 €." Ich muss dieses Geld nur noch abheben, 20 Prozent davon behalten und den Rest ... tja, was eigentlich? Das verrät mir der Absender mit der seriösen Adresse phgxalrsi@ea-n.bayern.de leider nicht.

"Hallo, jemand hat dir eine Nachricht geschickt und will dich kennenlernen!", heißt es in einer anderen E-Mail. Dazu müsste ich mich allerdings erst bei einem sogenannten "Barometer" anmelden und - nicht zu vergessen - meine Kreditkartendaten angeben. Die will man übrigens auch beim Jackpot-Turnier haben, für das man mir im Gegenzug per E-Mail "100 € Spielgeld zum Ausprobieren" schenkt.

Lukrativer klingt für mich da die Mail von "Mr. Andrew Liu aus Hong Kong". Dieser schreibt: "Bitte ich brauche Ihre Hilfe in einem Business-Projekt von 44,5 Millionen USD." Wer bei so vielen Chancen, sein Gehalt aufzubessern, abends noch schlecht gelaunt aus dem Büro kommt, der hat den falschen Job! Oder einfach zu wenig kriminelle Fantasie ;-)