Wer es schön haben will, muss auch mal leiden. Das sollte vielleicht auch mal den Bürgern einer Stadt gesagt werden, denn oft wissen die gar nicht, wie gut es ihnen geht. Ich habe es jetzt schon oft erlebt, dass Menschen verärgert die Nase rümpfen, wenn ihnen Abfälle auf dem Boden oder gar eine überfüllte Mülltonne in der Stadt begegnen. Vom ungeliebten Laubbläser oder von nicht geräumten Straßen im Winter will ich gar nicht erst anfangen. Jedes Mal wird dann gemeckert, warum denn schon wieder nichts getan wurde, dass es nervt - und schließlich fallen meistens Schimpfwörter.

Mir geht es dann so, dass ich Mitleid bekomme. Mitleid mit denen, die dafür zuständig sind: Müllabfuhr, Straßenreinigung und Winterdienst. In meinen Augen haben es die Angestellten eines Stadtreinigungsbetriebes nicht leicht. Das fängt schon damit an, dass ihr Job alles andere als angesehen ist: Jeder will es sauber haben, aber keiner will den Dreck der anderen wegräumen müssen. Das kann man ganz gut im Winter in der Nachbarschaft beobachten: Das eigene Grundstück wird genauestens gesäubert - aber wehe, man macht auch nur einen Zentimeter zu viel und nimmt damit dem Nachbarn die Arbeit ab.

Eine Schwabenmentalität? Vielleicht. Aber darum geht’s mir gar nicht. Wichtiger scheint mir der Respekt für die tüchtigen Stadtreiniger. Denn sie sind es, die die lauten Laubbläser am längsten an ihren Ohren aushalten müssen. Sie sind es auch, die unsere teilweise stinkenden Mülltonnen vor unseren Haustüren abholen. Und sie sind es schließlich, die derzeit in aller Frühe und Kälte aufstehen und versuchen, unsere Straßen vom Schnee zu befreien. Alles, damit es einer ganzen Stadt gut gehen kann, damit es uns gut geht. Da kann man doch auch mal ein bisschen mehr aushalten, anstatt immer nur zu meckern!