VS-Villingen: Am frühen Mittwochmorgen ist zum zweiten Mal seit Bestehen der Babyklappe des Franziskusheims in Villingen ein neugeborenes Kind dort abgelegt worden. Das Mädchen ist ersten ärztlichen Untersuchungen zufolge gesund und wurde in eine Kinderklinik gebracht.

Gegen 2.45 Uhr löste der Alarm der Babyklappe aus. Zwei Helferinnen schauten nach und fanden den offenbar kurz zuvor entbundenen Säugling nackt in eine Decke gehüllt. Hinweise auf die Mutter ergaben sich nicht.

Die Polizei empfiehlt der betroffenen Mutter wie allen anderen verzweifelten Frauen dringend, eine entsprechende Organisation wie "Frauen helfen Frauen" oder "Pro Familie" aufzusuchen und die dort angebotene Hilfe anzunehmen.

Um die strafrechtliche Seite muss sich die Kindsmutter keine Sorgen machen: Die Polizei ist zwar nach den juristischen Vorgaben des Personenstandsgesetzes zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens verpflichtet, aber es geht hier nicht um die Bestrafung der Eltern. Sicherlich würde keine Mutter in Not für das Ablegen ihres Kindes in der Babyklappe bestraft werden, so Roland Wössner, Leiter der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen. Akribische Untersuchungen stellt die Polizei nur dann an, wenn das abgelegte Kleinkind misshandelt, verletzt oder gar tot sei, was hier nicht der Fall ist.

Für den Säugling sorgt jetzt das Jugendamt. Die Mutter hat acht Wochen Zeit sich dort zu melden. Danach wird die Kleine zur Adoption frei gegeben. Den Adoptionseltern steht es dann frei, dem Kind eines Tages seine Herkunft mitzuteilen.

 

 
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