Bitz Letzter Schliff mit Serviettentechnik
Schwarzwälder-Bote, 05.07.2012 18:02 Uhr
Der Eishockeyspieler bleibt in der Schule. Foto: HolbeinFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Christoph Holbein
Bitz. "Das war schon aufregend", sagt die zehnjährige Lorena: Die 18 Schüler der Klasse 4b an der Lichtensteinschule sind gerade dabei, ihrem Läufer den letzten Schliff zu geben. Die Holzskulptur ist eine von sechs Figuren, die für das "Schnoga-Fest" entstehen.
Das künstlerische Projekt, zu dem die Viertklässler in verschiedenen Gruppen mittels Serviettentechnik im Kunstunterricht die Hose und das Trikot des Sportlers gestalten, ist der Beitrag der Gemeinde Bitz zum 60. Jubiläum Baden-Württembergs. Innerhalb der Kooperation zwischen Kommune, Förderverein "Kinder unsere Zukunft, Bitz bewegt sich" und örtlichen Holzkünstlern arbeiten die Sprösslinge seit zwei Wochen an der Skulptur. Am Ende werden sie rund zehn bis 15 Stunden investiert haben: "Wir werden diese Woche fertig", sagt Lehrerin Susanne Lorch.
"Es gefällt mir gut", meint der zehnjährige Yannik, dem vor allem das Arbeiten mit der Heißklebepistole großen Spaß macht. Er ist zufrieden mit dem Ergebnis. Das ist auch seine Lehrerin: "Die Kinder sind sehr eifrig dabei und überlegen sich genau, was sie wie verzieren wollen." So hat sich die zehnjährige Natalie gerne um das Gesicht gekümmert: "Das war toll, manchmal aber auch schwer." Derweil bemalten die 16 Schüler der Klasse 3b mit ihrer Lehrerin Christiane Zettl einen Eishockeyspieler. In beiden Klassen waren alle Sprösslinge im Einsatz: Jeder klebte, bastelte, schnitt aus.
Die sechs Figuren – gestaltet haben auch die örtlichen Kindergärten und der Jugendtreff – sind beim "Schnoga-Fest" alle rund ums Rathaus platziert; der Läufer und der vom Jugendtreff dekorierte Turner sollen dann amerikanisch versteigert werden zugunsten des Fördervereins. Die Bevölkerung stimmt ab, welche der sechs Figuren die schönste ist.
"Ich bin begeistert", sagt Rektorin Sylvia Dörfer, "mit wie viel Eifer die Kinder bei der Sache sind. Die reden von nichts anderem." Den Eishockeyspieler haben sie mit der Aufschrift "Lichtensteinschule" versehen; er soll nach dem "Schnoga-Fest" als Blickfang im Foyer einen exponierten Platz bekommen. "Es ist toll, wie die Kinder arbeiten – mit welcher Engelsgeduld und konzentriert. Es ist eine Gelegenheit für die Schule, sich nach außen zu präsentieren."
Dabei überwanden die Kinder auch technische Schwierigkeiten, was Lorena ein bisschen stolz macht: "mitzuerleben, eine so ganz große Figur zu gestalten". Das Mitwirken an einem solchen großen Kunstprojekt gefällt auch der zehnjährigen Monja: "Das hat ganz viel Spaß gemacht", obwohl es zwischendurch in der Gruppe ein paar Unstimmigkeiten gab über die Gestaltung: "Aber wir haben das gut hinbekommen und uns immer wieder geeinigt." So nennt auch Bürgermeister Hubert Schiele das Projekt "super": "Es ist wichtig, dass sich Schule, Jugendtreff und Kindergärten in die Gemeinde mit einbringen, damit sehen wir, dass diese Einrichtungen zur Kommune dazugehören."
"Voll zufrieden" ist außerdem Hans-Jürgen Peter, Projektleiter von "Kinder unsere Zukunft, Bitz bewegt sich": "Wir sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder mitmachen." So hofft Peter, dass bei der amerikanischen Versteigerung beim "Schnoga-Fest" jede Menge Geld für den Förderverein zusammenkommt.


