Bitz. 60 Jahre lang haben Paul und Susanne Tot alle Höhen und Tiefen des Lebens miteinander gemeistert. Heute feiern sie ihre diamanten Hochzeit.

Paul Tot wurde am 3. Mai 1934 im ungarischen Temerin geboren. Nach Kriegsende wurde seine Familie vertrieben und nach neun Monaten Lageraufenthalt kam er mit 16 Jahren auf das landwirtschaftliche Staatsgut in Curug zur Zwangsarbeit und arbeitete als Traktorist. Dort lernte er seine spätere Frau Susanne kennen.

Als Volksdeutsche in Franzfeld im ehemaligen Jugoslawien am 3. Mai 1934 geboren, musste Susanne Huber nach Kriegsende drei Jahre unter härtesten Bedingungen im Internierungslager Rudolfsgnad leben, bevor sie ebenfalls in Curug zur Zwangsarbeit in der Landwirtschaft verpflichtet wurde.

Am 28. November 1952 heiraten Paul Tot und Susanne Huber in Curug standesamtlich. Da es keine Kirche im Ort gab, fiel die kirchliche Trauung bis heute aus. Zum kleinen Trost ließen sie sich als Hochzeitspaar malen. Dieses Bild hängt noch heute im Schlafzimmer der Eheleute. 1955 siedelte die Mutter von Susanne Tot nach Deutschland um und fand in Bitz eine neue Heimat. Am 12. Oktober 1965 durften Paul und Susanne Tot nach wiederholter Antragstellung mit ihren beiden Söhnen auf die Alb nachkommen. Das fleißige Paar baute sich schnell eine Existenzgrundlage auf.

Paul Tot arbeitete als Kraftfahrer, lernte die deutsche Sprache und biss sich durch harte Anfangsjahre durch, während seine Frau zu Hause nähte. Bitz wurde für die Familie zur zweiten Heimat. Nicht zuletzt war es auch die Gemeinschaft der Bitzer Sportfreunde, die den aktiven Fußballer mit offenen Armen in ihren Reihen aufnahm. Immer wieder führten Urlaubsreisen nach Ungarn und Jugoslawien, aber für Paul Tot war klar: "Von Bitz will ich nicht mehr weg."

Beide Söhne leben mit ihren Familien ebenfalls in Bitz. Jeden zweiten Freitag trifft sich die Familie bei den Eltern zum Abendessen. Dann ist Paul Tot in seinem Element, denn er ist der Küchenchef im Hause. Mit Leidenschaft schwingt er den Kochlöffel, um seiner Familie immer wieder Spezialitäten aus der alten Heimat aufzutischen. Alles frisch versteht sich, Fertiggerichte kommen nicht auf den Tisch. Die gesunde Ernährung mit viel Gemüse zahlt sich aus. Das Ehepaar ist noch fit und kann alles noch ohne Hilfe bewältigen.

Zum Fest der diamantenen Hochzeit hat er allerdings Kochverbot. Im Familienkreis mit zwei Enkeln und drei Urenkeln wird in einem Restaurant gefeiert.