
Bitz (hpv). Nach seinen sportlichen Erfolgen in den vergangenen Jahren hat sich der Hausherr vom Schwantelhof in Bitz, Grischa Ludwig, längst an der Weltspitze der Westernreiter etabliert.Die Zugehörigkeit zur Elite-Klasse der "Reiner" begann mit einem "Husarenritt" vor zwölf Jahren. Mit dem bis dato größten Erfolg eines deutschen Westernreiters siegte Grischa Ludwig im Sattel des Quarter-Horse-Hengstes As Smart As Charley auf der Americana in Augsburg in der NRHA-US-Reining-Open und grüßte als Bronze-Trophy-Champion.
2000 setzte er weitere Akzente: So verbuchte er einen dreifachen Erfolg im italienischen NRHA-Derby. In der "Höhle des Löwen", in Reggio Emilia, war Ludwig im Sattel von Nics Peppy Train sowohl im Go-round als auch im Limited-Derby und im großen Derby-Finale nicht zu bezwingen.
Der im Januar 1974 in Stuttgart geborene Reiter bekam es schon als Junge mit Pferden zu tun. Auf dem elterlichen Hof in Stetten im Remstal, wo sein Vater Heinz-Dieter Ludwig therapeutisches Reiten für Behinderte anbietet, lernte er den ordnungsgemäßen Umgang mit den Pferden.
Zunächst aber hatte der Waldorfschüler mit der Reiterei nichts am Hut. Er sauste lieber mit seinem Rennrad durch das Schwabenländle. Begeistert war der Vater zwar nicht von den sportlichen Ambitionen seines Sohnes, "aber mein Vater hat mich trotzdem unterstützt", erzählt Grischa Ludwig. Bei einem Besuch auf der Americana sah der damals 16-jährige junge Mann einen Vierbeiner, der ihn zu der spontanen Aussage bewog: "Wenn wir ein solches Quarter Horse im Stall hätten, würde ich umsatteln und das Rennrad verkaufen." Dem Vater war’s nur recht – und flugs stand ein Quarter Horse in der Box.
Seine Anerkennung hat sich die Frohnatur unter den Reinern, wie die Westernreiter auch genannt werden, hart erarbeiten müssen. Die Trainings-Einheiten bei Todd Arvidson, Karl McCuiston und Doug Milholland (den ganz "Großen" in den USA) haben ihn geprägt und mit dazu beigetragen, dass er seinen eigenen Stil gefunden hat. Grischa Ludwig ist durch Fleiß und Gründlichkeit und nicht zuletzt durch Ehrgeiz zu den Erfolgen und seinem Standing gekommen. Nach seiner Zivildienstzeit zog er 1996 auf die schwäbische Alb nach Bitz. Auf rund 900 Metern Höhe gründeten der Westernreiter und Sylvia Maile auf dem Schwantelhof ein eigenes Gestüt mit Ausbildungs-, Trainings- und Verkaufsstall. Für einen Westerntrainer der Spitzenklasse ist es notwendig, mit möglichst vielen Pferden erfolgreich zu sein. Viele renommierte Ställe und Pferdebesitzer lassen ihre Vierbeiner von Grischa Ludwig trainieren und vorstellen.
"In Kürze wird sich einiges bei uns verändern", freut sich der Cheftrainer vom Schwantelhof. Denn mit der Fertigstellung der Reithalle und den neuen Stallungen werde sich sowohl "der Wohlfühleffekt für die Vierbeiner als auch die Arbeitsbedingungen für die Trainer verbessern".