Von Lorenz Hertle

Bitz. "Richtig toll" – so hat Landschaftsplanerin Ilse Siegmund den Bitzer Friedhof beurteilt. Dieser soll gleichwohl auf lange Sicht umgestaltet werden, um neuen Trends im Bestattungswesen Rechnung zu tragen.Die Struktur des Areals mit seinen großen Bäumen will die Schömberger Landschaftsarchitektin nicht wesentlich verändern, aber umgestalten, um neue Formen der Bestattung zu ermöglichen.

In Zeiten zunehmender Mobilität und anderer Lebensstile vollziehe sich eine Abkehr von traditionellen Gräbern, da Angehörige oft die jahrelange Pflege nicht mehr übernehmen könnten oder wollten. "Der Friedhof ist vor 15 Jahren aus den Nähten geplatzt, heute gibt es viel Platz", ergänzte Bürgermeister Hubert Schiele. Schon im vergangenen Jahr hätten sich Verwaltung und Gemeinderat Gedanken über eine Umgestaltung gemacht. Ein Friedhof soll nach den Vorstellungen von Ilse Siegmund nicht allein ein Ort der Trauer sein, sondern ein "Spiegelbild der Gesellschaft" und auch "Aufenthaltsqualität" haben: "Die Leute treffen sich dort." Also schlägt sie vor, die zentrale "Achse" zu verbreitern, mehr Bänke aufzustellen und eine "grüne Mitte" zu schaffen. Platz gäbe es in der Mitte des Friedhofs, wenn die dort liegenden wenigen Gräber nach Ablauf der Ruhezeit abgeräumt werden. Auch sollte nach ihrer Ansicht der Vorplatz der vorhandenen Urnenwände ansprechend gestaltet werden.

"Irgendwas hat mich gestört", bekannte Siegmund, als sie die Leichenhalle in Augenschein genommen habe. Sie möchte den Bau mit Grün besser in seine Umgebung einpassen. Auch soll es Platz für eine Urnengemeinschaftsanlage geben, die aber nicht so recht ins strenge geometrische Raster der Grabreihen passen will. Und schließlich gelte es, über eine freiere Gestaltung von Grabsteinen, Einfassungen und Stelen nachzudenken. Vor einer Entscheidung über eine neue Friedhofskonzeption will Wolfgang Ziemen entsprechend dem Vorschlag des Bürgermeisters erst einmal neu gestaltete Friedhöfe in der Umgebung besichtigen. Die Leichenhalle sei in ihrer bisherigen Form "kein Schmuckstück". Einig war sich die Runde, im Frühjahr Friedhöfe zu besichtigen und dann nochmals über einzelne Punkte des Konzepts zu reden. Dieses könne, so Schiele, ohnehin nur langfristig umgesetzt werden.