Von Volker Rath

Bisingen. Gute Nachrichten kurz vor Weihnachten: Die Textilfirma Sting ist gerettet. Arbeitsplätze und Produktion des Textilunternehmens sollen in Bisingen erhalten bleiben.

Diese Meldung bestätigte gestern die Rottweiler Rechtsanwaltskanzlei Hirt und Teufel, die einen von drei Insolvenzverwaltern im Verfahren stellte. Der Stuttgarter Anwalt Axel Kulas von der Kanzlei Brinkmann und Partner, der den Verkauf des insolventen Unternehmens vorangetrieben hatte, war gestern für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.

Wie die Kanzlei Hirt und Teufel weiter mitteilt, werde das Unternehmen in Bisingen weiterproduzieren. Mit sofortiger Wirkung habe die Firma Strähle und Hess GmbH in Althengstett (Kreis Calw) den Betrieb übernommen und werde mit dem jetzigen Mitarbeiterstamm weiter fertigen.

In der Belegschaft wurde die Übernahme-Mitteilung "sehr positiv" aufgenommen, so ein Mitarbeiter. Monate- lang hatten die Sting-Beschäftigten zwischen Hoffen und Bangen um ihre Arbeitsplätze gelebt. Der Einsatz in der Krisenzeit habe sich aber "gelohnt". Mittlerweile habe Sting weniger als 40 Mitarbeiter. Einige Kollegen hätten das Unternehmen verlassen, anderen sei gekündigt worden.

Die Geschäftsleitung von Strähle und Hess will sich zur Übernahme von Sting noch nicht äußern und kündigt Informationen für einen späteren Zeitpunkt an. Strähle und Hess hat rund 120 Mitarbeiter und unterhält in Alabama in den USA ein weiteres Werk. Im April war Hess und Strähle von privaten Investoren aus der Insolvenzmasse der Sellner Holding GmbH gekauft worden, zu der das Unternehmen gehörte. Von der Insolvenz der Muttergesellschaft sei Hess und Strähle nicht betroffen gewesen, teilte das Althengstetter Unternehmen im April mit.

Wie Sting produziert Hess und Strähle hauptsächlich Textilien für den Innenraum von Autos. Als Kunden listet Hess und Strähle alleine 25 große Automobilhersteller in Europa und Asien auf, darunter Mercedes-Benz, Porsche, BMW, Audi, VW, Ford, Fiat, Mazda, Mitsubishi und Edelmarken wie Aston Martin.