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Bisingen Rathaussturm schon vor Schmotzigem

Schwarzwälder-Bote, vom 01.02.2012 19:02 Uhr
Mächtig viel Papier. Kämmerer Thomas Neher zeigt die Flächenerhebungsbögen, die alleine gestern im Rathaus Bisingen eingetrudelt sind. Rund 3500 müssen es am Ende sein. Morgen, Freitag, ist Abgabeschluss.  
Foto: Rath Foto: Schwarzwälder-Bote
Mächtig viel Papier. Kämmerer Thomas Neher zeigt die Flächenerhebungsbögen, die alleine gestern im Rathaus Bisingen eingetrudelt sind. Rund 3500 müssen es am Ende sein. Morgen, Freitag, ist Abgabeschluss. Foto: Rath Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Volker Rath

Bisingen. Die Bisinger nehmen’s genau mit der gesplitteten Abwassergebühr. Die Gemeindeverwaltung ist jedenfalls baff, wie gut die Sprechstunden und die Telefonberatung ankamen. Etwa 1300 Immobilieneigentümer nutzten das Angebot.

Im Bisinger Rathaus geht es seit zwei Wochen zu wie im Taubenschlag. Rund 700 Besucher kamen ins Rathaus, um die Flächenerhebungsbögen durchzugehen, die Basis für die neue Abwassergebühr sind. "Man kann sich leicht vorstellen, was hier los war", sagt Kämmerer Thomas Neher, "die Leute haben sich praktisch die Türklinke in die Hand gegeben." Vier Mitarbeiter im Rathaus beantworteten die Fragen geduldig. Entlastet wurden sie durch die Hotlinie zum Thema. Per Telefon gab auch das Tübinger Planungsbüro Haider und Partner Auskunft, ebenso Mitarbeiter im Rathaus. Sie entlasteten den innerötlichen Verkehr wohl spürbar. Ansonsten wären wohl noch 600 Leute mehr gekommen.

Zwar ist die Beratungsphase eigentlich abgeschlossen. Laut Neher kommen aber immer noch vereinzelt Leute ins Rathaus. Selbstverständlich bekämen sie noch Auskunft. Aber der große Ansturm scheint vorbei. Dabei hätten es noch mehr Besucher sein können. Für rund 3500 Grundstücke gingen Erhebungsbögen raus. Die Gemeinde verschickte die Broschüren mit den wichtigsten Informationen gleich mit. Außerdem waren mehrere hundert Zuhörer zum Informationsabend in die Hohenzollernhalle gekommen.

Der Beratungsaufwand scheint sich gelohnt zu haben. Thomas Neher hat jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass die Bisinger das Prinzip, wie sich die neue Gebühr zusammensetzt und wie die Flächen für Regenwasser berechnet werden, schon vor den Beratungsgesprächen begriffen hatten. Bei der Einstiegsfrage, ob es noch Erklärungsbedarf gebe, hätten die meisten gleich abgewunken. "Das Thema war durch", so Neher. Es konnte also gleich zur Sache gehen – die Abstimmung der Flächenberechnung.

Die Stimmung beschreibt Neher trotz des hohen Verkehrsaufkommens als "entspannt". Streitgespräche habe es keine gegeben. Das liege auch an der hohen Qualität des Ausgangsmaterials, das das Ingenieurbüro geliefert habe. Die Flächenbestandsaufnahme über Luftaufnahmen sei "sehr präzise", die Zahl der Korrekturen halte sich in Grenzen. Änderungen seien meist "minimal".

So richtig sinnvoll fänden die Bisinger den gewaltigen bürokratischen Aufwand zwar nicht. Aber sie nähmen es ohne Murren hin. Ist halt so. Die Gemeinde habe sich die Änderung auch nicht aussuchen können. Für die breite Masse der Einwohner ändere sich die Gebühr ohnehin kaum, wenngleich es "durchaus Gewinner und Verlierer" gebe. Vereinzelt sei zwar schon Kritik gekommen, allerdings dergestalt, dass das Ganze ohnehin nur eine verdeckte Gebührenerhöhung sei. "Ist es nicht", sagt der Kämmerer, "aber sowas kriegt man aus den Köpfen erfahrungsgemäß nur schwer raus."

Wenngleich der vorfasnetliche Rathaussturm abgeebbt ist, geht es für die Rathausmannschaft fröhlich weiter mit dem Thema. Morgen, Freitag, ist "Deadline", also faktischer Abgabeschluss der Erhebungsbögen. Bis dahin müssen die korrigierten Fassungen im Rathaus sein. Ansonsten kann die Gemeinde stillschweigend annehmen, dass der Eigentümer die Berechnungen des Ingenieurbüros als korrekt akzeptiert.

Danach werden die Änderungen in die Datenbank eingepflegt. Sobald das abgeschlossen ist, kann Neher damit beginnen, die neue Gebühr zu kalkulieren. Anschließend gehen die Zahlen an den Gemeinderat, der die neue Abwassersatzung beschließen muss. Es könne bis Ende März dauern, bis die Gemeinde die Gebührenbescheide verschicke.

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