Bisingen Neue Bisinger Kita geht in einem Jahr in Betrieb
Schwarzwälder-Bote, 30.05.2012 17:01 Uhr
Angemessene Arbeitsteilung beim Baustart: Die Erwachsenen griffen zum Spaten, die Kinder machten Musik. Fotos: RathFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Volker Rath
Bisingen. Großes Projekt für die kleinsten Bisinger: Der Bau der neuen Kindertagesstätte ist offiziell begonnen worden. Gleichzeitig fiel der Startschuss für die Sanierung der Astrid-Lindgren-Schule.
Beim symbolischen Festakt am Kindergarten Humboldtstraße war mächtig Betrieb. Die Mädchen und Buben des Kindergartens, die in einem Jahr Verstärkung durch Kleinkinder bekommen sollen, stimmten schon mal ihr "Begrüßungslied" an, die Bläserklasse "Pusteblume" der Grund- und Werkrealschule, erst vor einem halben Jahr gegründet, spielte ein Stück.
Die Mädchen und Buben des Kindergartens waren offenbar ein wenig enttäuscht. Sie hatten sich auf einen Bagger gefreut, der aber erst in einigen Tagen vorfährt. Den ersten offiziellen Spatenstich hoben Vertreter von Gemeinde, Schulen, Kindergärten, Baufirma sowie Architekten und Planern von Hand aus. Bürgermeister Joachim Krüger nutzte die Gelegenheit, um den Kindern altersgerecht beizubringen, was ein offizieller Spatenstich in Wirklichkeit ist: "Wir tun heute erst mal nur so, als würden wir richtig anfangen." Die Kinder akzeptierten das, weil es noch Würstchen gab und Baufirmenchef Oliver Beck versprach, mit dem größten Bagger vorzufahren, der auf seinem Betriebshof stehe. "Und jeder darf mal reinsitzen, versprochen."
Rund drei Millionen Euro investiert die Gemeinde Bisingen in diesem und im nächsten Jahr in den Bau der neuen Kita und die Komplettsanierung des sogenannten E-Baus am Schulzentrum. "Die Gemeinde hat vor ein paar Jahren erkannt, dass sie mehr für Bildung und Familien tun muss", so Krüger. Rund zehn Millionen Euro wurden seither investiert. 1,2 Millionen Euro kostet die neue Kita, ein Anbau am Humboldt-Kindergarten, 1,6 Millionen fließen in die Astrid-Lindgren-Schule, die komplett "ausgebeint" werden und vom Rohbauzustand aus wieder "völlig neu aufgebaut" werden soll. Die Gemeinde hofft auf einen Landeszuschuss von insgesamt rund 700 000 Euro für die beiden Großprojekte.
In der neuen Betreuungsstätte für Kleinkinder, ein eigenständiges Gebäude, sollen ab dem Start des Kindergartenjahrs 2012/13 in gut einem Jahr auch Mädchen und Buben im Alter von einem bis drei Jahren betreut werden. Wenn der Neubau steht, kann die Gemeinde den neuen Rechtsanspruch in der Kleinkindbetreuung erfüllen, punktgenau zu dem Tag, an dem die Rechtsvorschrift gilt, die "von Bund und Land beschlossen und jetzt von den Städten und Gemeinden umgesetzt werden muss", so der Bürgermeister. Zwar müsse die Gemeinde noch einmal "viel Geld in die Hand nehmen", aber: "Wer hätte es nicht mehr verdient als unsere Kinder", fragte Krüger in die große Runde.
Der Kita-Neubau koste weitaus mehr als die Lösung einiger Umlandgemeinden. Das habe Rat und Verwaltung zeitweise nachdenklich gestimmt. Krüger ist überzeugt, dass die größere Lösung die bessere ist: "Das ist kein Provisorium. Bisingen ist mit der Strategie, Dinge gleich richtig zu machen, bislang immer gut gefahren", so Krüger. Die neue Kita biete räumlich, pädagogisch und inhaltlich die Möglichkeit für eine "optimale Betreuung". Um einen Neubau sei die Gemeinde nicht herumgekommen, die Kapazitäten in den bestehenden Kindergärten seien ausgereizt. Außerdem sei die Nähe zum Schulzentrum mit Mensa ein Pluspunkt des Standorts.



