Von Willy Beyer

Bisingen/-Thanheim. Mal geheimnisvoll märchenhaft, mal abenteuerlich und dann wieder temperamentvoll südamerikanisch: Im frischen Klanggewand zeigte sich die Musikkapelle Thanheim am Samstag bei ihrem Jahreskonzert.Programmatische Werke für Blasmusikorchester nahmen einen wesentlichen Teil des Konzerts in Anspruch. Solistische Impressionen und stimmungsvolle lateinamerikanische Rhythmen rundeten den Auftritt stilvoll ab. Abwechslungsreich war das Konzert der Thanheimer zum Jahresabschluss allemal. Es bot durchweg formschöne Darstellungen der verschiedenen Registergruppen und meist anspruchsvolle Literatur.

Doch das klang- und freudvolle Geschehen in der bei diesem Anlass immer gut besuchten Hohenzollernhalle stand anfangs im Schatten eines traurigen Ereignisses. Mit einer Gedenkminute gedachten Musiker und Publikum des kürzlich verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Blasmusikkreisverbands, Josef Braun.

Durch das Konzert führte in bewährter Weise Walter Kästle. Er erläuterte Bedeutung und Inhalt der Stücke und gab Hintergrundinformationen zu den Werken und ihren Urhebern. Los ging es mit einer feurigen ungarischen Weise namens "Petöfi", bei dem das Hauptthema, teils auch tonartversetzt, wiederholt erklang und von verschiedenen In­strumenten bearbeitet oder mit anderer Melodik kontrastiert wurde. Wenn bereits hier eine homogene Stimmigkeit – etwa bei den geschlossenen Crescendi im Tutti des großen Orchesterapparates – auffiel, so stach ebenfalls die formschöne Präsenz einzelner Register und Solostimmen hervor. Martin Schwellbach etwa gefiel als Solotrompeter und später Vera Krautwald auf der Oboe.

In zwei Konzerten für Soloinstrumente mit Orchester dominierten Corinna Butz am Tenorsaxophon und der Vereinsvorsitzende selbst in "Capriccio für Tuba". Während im Arrangement über Chopins "Minutenwalzer" die Saxophonistin das Thema aus dem Diskant-Bereich der Klavierkomposition recht gut zur Geltung brachte, war das Arrangement selbst, insbesondere für das Orchester, nicht gerade ein Vorzeigewerk.

Einen donnernden Applaus erhielt Frank Endress für seine transparente Vorstellung des tief klingenden Instruments und dessen gesamten Tonspektrums, mit schnellsten Passagen, die offenbar nur mit spezieller Doppelzungentechnik zu bewältigen waren.

Sagenwelten wie im Werk der Überraschungsmomente "Geysir-Sinfonie" lebten im Konzert ebenso auf wie pure Lebensfreude in Stücken mit Samba-Rhythmus oder in Salsa-Art, wo die große Schlagwerk-Sektion mit ihren fulminanten Einsätzen den Ton angaben.