Von Jörg Wahl

Bisingen. Zum Fasnetauftakt haben sich am Dreikönigsabend die Bisinger Narrenzünfte in der Ortsmitte versammelt. Auch in Thanheim und Wessingen starteten die Narrenzünfte der Maurochen und Gempleswatter in die Fasnet. Sie zogen als Abstauber durch ihre Ortschaften.

Ausgestattet mit Fackeln marschierten in Bisingen am Sonntag von 18 Uhr an Nichthuldiger und Kirchamäus sternförmig auf den von der Feuerwehr ausgeleuchteten Marktplatz.

Die Bisinger Butzen hatten sich schon am Nachmittag zum "Häsnausschittla" getroffen, am Abend inszenierten sie in der Ortsmitte ihr Spiel vom Pestausbruch. Die Lumpenkapelle "Daagdieab" heizte zunächst dem Publikum und den Narren auf dem Marktplatz ein.

Als Narrenvater verkündete Roman Woitelliet: "d`Fasnet fiart jeatzt wieder s’Woat". Einige Mühe hatten anschließend einige Nichthuldiger beim Einzug des Wedelweibles. Dieses zerrte so lange an den Stricken, bis es seinen Bewachern entkommen konnte. Über die Fasnet hinweg wird es für Unruhe sorgen. Ebenso mussten sich die Nichthuldiger mit dem Hangengoascht rumplagen, der sich schwer an den Ochsenkarren anhängte. Unterdessen machten die "Daagdiab" Stimmung, mitgesungen wurde unter anderem der Bisinger Narrenmarsch "Humor ihr Bisinger Schwoba" und weiteren Fasnets- und Lumpenliedle.

Im Anschluss zeigte die Butzenzunft ihr gruseliges Pestschauspiel. Oberbutz Christian Gieger hieß alle Besucher willkommen, während Brauchtumspfleger Martin Griesser das Geschehen kommentierte. Zu sehen waren mittelalterliche Kanoniere auf dem Marktplatz, zu denen sich plötzlich kränkliche Gestalten gesellen. Der Medico stellt bei ihnen die Pest fest und lässt sie Lebertran trinken. Am Ende kommen die Butzen, die die Kranken zusammentreiben und auf einem Karren aus dem Flecken schaffen. Bei närrischer Musik wurde noch etwas auf dem Platz gefeiert, bevor sich das Geschehen ins Züchterheim und in die umliegenden Gasthäuser verlagerte.