Von Volker Rath

Bisingen. Raus aus den eigenen vier Wänden, rein ins öffentliche Leben: Die Lebenshilfe Zollernalb plant fürs nächste Jahr eine große Familienmesse.

"Familie Zollernalb" heißt die Schau, die am Samstag und Sonntag, 16. und 17. November, in der Volksbank-Messe in Balingen über die Bühne gehen soll. Zielgruppe ist die breite Öffentlichkeit. Zwischen 20 und 25 Partner der Lebenshilfe im Zollernalbkreis beteiligen sich daran. Anspruch: "Ein bisschen Freude verbreiten an einem trüben November-Wochenende", so Holger Klein, Geschäftsführer der Lebenshilfe in Bisingen.

Die Idee, die dahintersteckt, ist eine andere. Die Behinderten, die von der Lebenshilfe betreut oder beschäftigt werden, sollen raus aus ihren Einrichtungen. Damit will die Organisation mehr öffentliches Bewusstsein für die Behinderten schaffen und auch neue Besucher ansprechen. Der Adventsbasar soll deshalb im kommenden Jahr pausieren. "Der Basar ist immer gut besucht, spricht aber auch nur einen ganz bestimmten Personenkreis an", so Klein.

Vor zwei Jahren beteiligte sich die Lebenshilfe bereits einmal an einer Messe in Balingen mit dem Titel "Land der Ideen". Die Reaktionen darauf seien "sehr gut" gewesen. Deshalb soll es eine Neuauflage geben. 2010 ging es der Lebenshilfe darum, die doppelte Vielfalt zu zeigen – die der Angebote der Lebenshilfe und die ihrer Menschen mit Behinderungen. Diesmal soll die Schau verdeutlichen, wie eng die Lebenshilfe im Zollernalbkreis verwurzelt ist.

Rund 300 Kunden hat die Lebenshilfe Zollernalb für ihre Werkstätten, Dienstleistungen und Erzeugnisse. Für die Teilnahme an der Messe hat die Einrichtung jene davon angeschrieben, mit denen sie mehr verbindet als eine reine Geschäftsbeziehung. Dazu zählen laut Klein die Volksbanken und Sparkassen sowie Unternehmen wie Gambro in Hechingen, Holcim in Dotternhausen und Interstuhl in Tieringen oder Institutionen wie die AOK und die Bundeswehr. Sie unterhalten auch soziale Kontakte zur Lebenshilfe, beispielsweise Kooperationen in der Ausbildung.

Von 25 Firmen und Institutionen, die angeschrieben wurden, hätten 23 ihre Teilnahme an der Messe zugesagt. Sie können sich dort mit einem Stand präsentieren, sollen im Gegenzug aber auch etwas zum Programm beisteuern, etwa mit Modeschauen, Essen, Spielen und anderen Unterhaltungsangeboten. Das Konzept stehe bereits, jetzt gehe es in die konkrete Planung der Inhalte. "Mit der Messe wollen wir dem Landkreis was zurückgeben und uns auch bedanken für die gute Zusammenarbeit", so Klein.