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Bisingen Ein trauriges Ende für den Silcherchor

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Keine Vorsitzenden, kein Chorleiter. Diese schwierige Situation hat dazu geführt, dass der Silcherchor im 82. Jahr seines Bestehens aufgelöst wird. Die Bemühungen, weiterhin gemeinsam singen zu können, haben die Chormitglieder aber noch nicht komplett aufgegeben.

Bisingen/Zollernalbkreis. Der Silcherchor Zollernalb, ein in der Region bekannter Chor, war in den vergangenen eineinhalb Jahren in ruhigerem Fahrwasser unterwegs.

Schon als der Chor vor kurzem seine Hauptversammlung im Katholischen Gemeindezentrum in Bisingen abhielt, hatte der Vorsitzende Bernd Pfeffer die aktuelle Situation des Chores angesprochen. Nach der Kündigung des Chorleiters Mario Peters im Herbst 2015 konnten im Jahr 2016 nur noch zwei Konzerttermine wahrgenommen werden. Der eine war das Konzert in der Hechinger Kirche St. Luzen im Mai 2016 unter der letztmaligen Leitung von Mario Peters, das damals von vielen Zuhörern als "eines der besten Konzerte des Silcherchores" bezeichnet wurde. Im November 2016 trat der Chor beim Chorjubiläum seines früheren Sängers und Chorleiters Alfred Schäfer und dessen Verabschiedung als Chorleiter beim Männergesangverein Harmonie Killer auf.

Die höchst schwierige Situation des Chores wurde dann bei den Wahlen deutlich, als sich niemand für das Amt des Vorsitzenden und seines Stellvertreters zur Verfügung stellte. Schon 2016 konnte kein stellvertretender Vorsitzender als Nachfolger des bisherigen Stellvertreters Wolfgang Broghammer gefunden werden. Ebenso fand sich damals kein Pressewart, was zur Folge hatte, dass der Vorsitzende Bernd Pfeffer diese Ämter kommissarisch übernehmen musste, gleichzeitig aber ankündigte, unter diesen Bedingungen im Jahre 2017 nicht mehr für ein Amt zur Verfügung zu stehen.

Alle Sänger bedauerten zwar immer wieder, dass es schade wäre, wenn der Chor nicht mehr bestehen würde, es war aber niemand bereit, Verantwortung im Vorstand zu übernehmen und im organisatorischen Bereich zur Fortführung der Chortätigkeit beizutragen. Somit war der Verein ohne Führung und die Sänger ohne Chorleiter.

Die negative Prognose für die Zukunft des Chores hat schon seit 2016 mehrere Gründe. Nicht nur der fehlende und zu bezahlende Chorleiter ist einer davon, auch die Altersstruktur der Sänger ist relativ hoch. Ein in der Presse geschaltetes Inserat zur Werbung neuer Sänger hatte keinen Erfolg.

Bernd Pfeffer beendete die Hauptversammlung mit der Ankündigung, für Mitte März zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einzuladen, in der dann die endgültigen Weichen gestellt werden müssten.

In der außerordentlichen Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche wurde dann noch einmal der Versuch unternommen, die Auflösung des Vereins zu vermeiden. Ohne Erfolg, da neben den nicht besetzbaren Vereinsämtern die Bezahlung eines guten Chorleiters ein unüberwindbares Hindernis darstellte. Die inzwischen nur noch 17 Sänger hätten die Bezahlung eines Chorleiters übernehmen müssen, da über Konzerte allein die notwendigen Mittel nicht beschafft werden können. Das Konzert im Herbst 2015 in Tailfingen mit nur 200 Zuhörern und einem Verlust von 1000 Euro spreche da eine klare Sprache, so Pfeffer.

Somit führte all dies in der Sitzung zu dem einstimmigen Beschluss, den Verein aufzulösen. Bernd Pfeffer wurde beauftragt, als Liquidator die entsprechenden Schritte zu veranlassen.

Die Bemühungen, in einer Chorgemeinschaft als nicht eingetragener Verein im Sinne des Silcherchores weiterhin zu singen, sind aber noch nicht aufgegeben.

n Im Jahr 1935 gründete Wolfgang Wallishauser in Hechingen das Silcher-Doppelquartett, das bereits 1939 die erste Rundfunkaufnahme machte. Ein Jahr später erklangen die Stimmen des Silcher-Doppelquartetts in der Berliner Philharmonie anlässlich des Wunschkonzertes am Ostersonntag, das durch den Deutschlandsender übertragen wurde.

n Nach den Kriegsjahren, in denen das Ensemble zur Truppenbetreuung eingesetzt wurde, konnte Wolfgang Wallishauser mit Hilfe der französischen Militärregierung sein Doppelquartett wieder aufbauen. Die Chronik weiß von erfolgreichen Konzerten, Begegnungen mit Bundespräsident Heuss, dem schwäbischen Bundeschormeister und Komponisten Hugo Herrmann sowie dem Silcherforscher Hermann-Josef Dahmen zu berichten.

n  Im Jahr 1968 übertrug Wolfgang Wallishauser aus gesundheitlichen Gründen die Leitung des Ensembles Chormusikdirektor Josef Kästle aus Bisingen, der das Doppelquartett im Laufe der Jahre zu einem Kammerchor mit 24 Sängern ausbaute. Im Jahre 1975 wurde der Chor zum "Silcherchor Zollernalb".

n Seit 1996 stand der Silcherchor Zollernalb unter der musikalischen Leitung des Burladinger Lehrers und Kirchenmusikers Alfred Schäfer.

n  2008 übernahm der Hechinger Stiftskantor Mario Peters die musikalische Leitung des Chores.

 
 
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