
Von Jörg Wahl und Uta Hentsch
Bisingen. Gedenkstunden für Schüler der Werkrealschule und der Realschule Bisingen veranstaltete das Heimatmuseum Bisingen anlässlich des Holocaust-Tags.
Die Schüler der Klassen 8a/8b kamen mit ihren Lehrern Billet-Barfuss, Merz und Steg sowie Rektor Alfred Tritz in das Heimatmuseum. Uta Hentsch, Vorsitzende des Gedenkstättenvereins, informierte über die Bedeutung des Nationalen Gedenktags. Das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau war am 27. Januar 1945 das erste Lager, das von der Roten Armee befreit wurde. Sie erklärte die Begriffe Holocaust und Shoa. Mehr als sechs Millionen Juden fielen der systematischen Vernichtung zum Opfer, außerdem Kommunisten, Homosexuelle, Sinti und Roma und andere in der Sicht der Nationalsozialisten "minderwertige" Menschen. Nach der Einführung wurden die Schüler die Akteure: Sie trugen vier Antikriegslieder vor und informierten über die Inhalte. Bob Dylans "Blowin’ in the wind" wurde als Lied vorgestellt, dass Ausdruck der Trauer, der Anklage, aber auch der Ohnmacht ist. Pete Seeger fordere in "Where have all the flowers gone", aus den Fehlern früherer Generationen zu lernen. Im Lied "So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein" von Jürgen Wert werde die Hoffnung auf Versöhnung und Frieden durch Vergeben und Verzeihen ausgesprochen.
Hanne Grunert informierte über das Konzentrationslager Bisingen mit seinen vielen Opfern. Nach der Vorführung eines Films über Auschwitz-Birkenau war die Betroffenheit in der Stille spürbar. Danach bestand die Gelegenheit, die Ausstellung im Heimatmuseum anzuschauen.
In der Realschule besuchten die Zehntklässler die Gedenkveranstaltung im Musiksaal. Sie stellten in der Pausenhalle eine Informationstafel auf. Drei Jugendliche und die Lehrer Doris Bames und Konrad Wiget hatten die Veranstaltung vorbereitet. Das Augenmerk lag auf den Euthanasie-Morden in Grafeneck, wo 1940 die ersten Massenhinrichtungen stattfanden. Opfer waren geistig behinderte und psychisch erkrankte Menschen. Insgesamt verloren 10 654 Menschen ihr Leben. Die Schüler trugen zur Veranschaulichung Texte vor und zeigten Bilder. Der zweite Teil der Veranstaltung widmete sich der Wannseekonferenz, auf der die sogenannte "Endlösung der Judenfrage" in die Wege geleitet wurde.
Uta Hentsch stellte sich den Fragen der Schüler. Rektor Christhardt Tröger betonte, das Gedenken sei wichtig. Solch schreckliche Ereignisse dürften sich nicht wiederholen, sagte er.