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Horb-Bildechingen - Die Narrenzunft eröffnete die tollen Tage mit Jubel, Trubel, Heiterkeit und feierte gleich zwei Tage lang in der zum "Narrendörfle" umgestalteten Halle.Blieben die Bildechinger Narren am Freitag mit Gastzünften noch unter sich, so öffneten sich die Saaltüren am Samstagabend auch für das feierwillige Volk der Gegend. Deshalb durfte sich Majestix Andreas Hesse, der Häuptling des närrischen Dorfes, auch am zweiten Abend des großen "Narrendörfle" über ein gut besuchtes Haus freuen.
Hesse begrüßte die befreundeten Gastzünfte, die teilweise mit mehreren Masken-Gruppen angereist kamen und den ganzen Abend über für prächtige Stimmung sorgten. Nach vielen Worten wirbelten die Beine der GadJazz-Mädels bei ihrem Tanz um das golden Kalb zu "Money" und die "Blockis" streckten den Block. Leider war der Blockstrecker-Vortrag dieses Mal recht kurz. Die närrische Gemeinderäte interessierten sich nicht sonderlich dafür, was die arme Bevölkerung bei ihrer schweren Arbeit im Wald so macht, sondern begannen unverzüglich mit der aus ihrer Sicht wichtigeren Aufgabe, dem Vespern. Der Bock wurde gestreckt, das Freibier ausgepackt und schon war man wieder von der Bühne verschwunden.
Die GadJazz-Mädels blieben dafür etwas länger und zeigten in einer schon beim Zuschauen schweißtreibenden Performance ihr neues Stück. Es ging ums liebe Geld und die Fuffziger flogen nur so durch den Saal. Dass die Ladys dabei so geschminkt waren, dass man augenblicklich an die berühmte Panzerknacker-Bande erinnert wurde, gab der Geschichte den besonderen Pfiff. Nach der Devise "Es gibt nur ein Gas – Vollgas" wirbelten sie über die Bühne und boten neben schnellen Schrittfolgen artistische Einlagen der Extraklasse.
Nach diesem ersten Block, der von den Gastgebern bestritten wurde, kam die Stunde der Unterhaltungsmusik. Das DJ-Team legte auf, was an Partysound bekannt ist, ließ die Nebelmaschine qualmen und lockte ein paar Unentwegte zum Schwofen auf die Bühne, während es sich das restliche Partyvolk an den Bars gut gehen ließ.
Diese Stimmung nutzten die "18 Stunden Musiker" aus Sulz, die sich mit Bildechinger Musikern verstärkt hatten, um mit Gassenhauern der Gugga-Musik das Publikum zu unterhalten. Es gefiel den Herren in den Schottenröcken auf dem Podium so gut, dass sie Moderator "Patex" Klingenstein, der souverän durch den Abend führte, fast von der Bühne komplimentieren musste. Vielleicht kommt daher auch der besondere Bandname. Unter 18 Stunden tun sie es nicht. Wesentlich kürzer fassten sich die Kusterdinger Narren mit ihrem vierjährigen Frontmann Luka, den Tanzgirls und den Hexen, als sie kommentarlos ihren Brauchtumstanz zum Besten gaben.
Dass die Fasnet eine super Gelegenheit ist, als Kommunalpolitiker auch mal außerhalb der Bütt oder der Amtsstube ordentlich auf die Pauke zu hauen, demonstrierte der Isenburger Ortsvorsteher Jürgen Grassinger, der bei den "Spätzündern" der NZ Mühlen auf die Trommel drischt. Blech hatte auch bei den Mühlener Gugga Vorrang und deshalb mussten sich die Damen und Herren an den Schlaginstrumenten beim Auftritt in den hinteren Reihen Aufstellung nehmen – dem Sound tat es keinen Abbruch. Mit zwei Showtanzeinlagen der Mädels aus Kusterdingen und Mühlen ging dann das diesjährige "Narrendörfle" zu Ende.