Basketball-Camp Ein Korb gegen die Profis

Markus Brinkmann, 13.04.2012 05:00 Uhr

Ludwigsburg - Leonard steht zehn Meter vom Korb entfernt. Er schaut konzentriert in die Richtung, in die er gleich losrennt. Einmal dribbeln, zweimal dribbeln. Dann zwei lange Schritte – ein Sprung. Mit einer Hand greift Leonard nach dem Korb, mit der anderen stopft er den Ball durch den orangefarbenen Ring und das Netz – ein Dunking. Der Zwölfjährige baumelt kurz mit den Beinen in der Luft, dann landet er wieder sicher auf dem Hallenboden.

„Das war cool!“, sagt Leonard und grinst. Die anderen Kinder sitzen rund um den Basketballkorb und klatschen. Daniel Girrulat vom Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg ruft: „Wie fandet ihr das?“ Die Kinder klatschen. Dann macht sich Edwin Ibrahimovic, einer der Trainer an diesem Tag, auf den Weg in Richtung Korb. Er springt ab, dreht sich einmal um die eigene Achse und drückt ihn ebenfalls in den Korb. Wieder klatschten alle. „Und wer war jetzt besser?“, fragt Daniel. Er lacht kurz. „Ich würde auch sagen, dass der Leonard gewonnen hat.“

„Es war cool, einmal gegen die Profis zu spielen“

Danach dürfen die Kinder gegen die Basketball-Profis Tim Koch, Johannes Lischka und David McCray spielen. Die Stuttgarter Nachrichten haben in Kooperation mit Fielmann den 50 Kindern einen Tag mit den Korbwerfern ermöglicht. Und die sind begeistert. „Es war cool, einmal gegen die Profis zu spielen“, sagt Daniel. „Ich hatte keine Chance.“ Aber es habe sehr viel Spaß gemacht. Auch der elf Jahre alte Pascal ist begeistert. „Es ist schon schwierig, gegen die Großen zu spielen“, sagt er. „Aber es geht. Manchmal kann man sie umspielen und einen Korb werfen.“ Einmal habe er sogar einen Dreier versucht. „Aber Tim Koch ist so groß, der hat mich geblockt.“

Auch die Profis sind begeistert. „Ich spiele gerne mit Kindern, weil man sieht, dass sie Spaß am Basketball haben“, sagt Johannes Lischka. Ihm seien auch ein paar wirklich talentierte Kinder aufgefallen. „Wenn die weiter dabei bleiben und hart trainieren, kann das mit der Profikarriere schon was werden.“ David McCray hat ebenfalls eine Menge Spaß: „Die Freude, die Kinder an dem Spiel haben, steckt einfach an.“

Und dafür machen die gelben Riesen, wie sich die Spieler von EnBW Ludwigsburg nennen, an diesem Tag alles mit. „Wer will von den Profis was Bestimmtes sehen?“, fragt Daniel Girrulat. Schon schnellen die ersten Hände in die Höhe. „Ich will sehen, wie der Johannes von der Mittellinie in den Korb trifft“, sagt der neunjährige Louis. Lischka macht sich auf den Weg. Er nimmt drei Schritte Anlauf und wirft: vorbei. „Das will ich jetzt auch probieren“, sagt McCray und schnappt sich den Ball. Im Gegensatz zu Lischka trifft er immerhin das Brett.

Nervt das tägliche Training?

Am Schluss dürfen alle Kinder noch Fragen stellen. „Nervt es euch, jeden Tag zu trainieren?“ McCray und Lischka schauen sich an und lachen. „Natürlich nicht“, antwortet McCray. Nicht jeder könne mit seinem Hobby Geld verdienen. „Deshalb gehen wir gerne ins Training, auch wenn es manchmal Sachen gibt, die man nicht gerne macht.“ Ein anderes Kind will wissen, wie oft die Spieler ihre Schuhe wechseln. „Ein Paar pro Saison reicht da nicht“, sagt McCray. Er habe vier Paare, die er immer durchwechselt.

Am Ende hat Andy Hippe dann noch ein Geschenk für die Kinder im Gepäck. Der Niederlassungsleiter von Fielmann in Waiblingen verteilt neben den Basketbällen und den Trikots für alle auch Freikarten für ein Bundesliga-Basketballspiel. „Fielmann unterstützt gerne Aktionen, bei denen Kinder in Bewegung sind – und dabei Spaß haben.“ Und das hatten sie. „Am besten war es zu dunken“, sagt Leonard und strahlt über das ganze Gesicht.

 
 
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